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Wirtschaft

BAE Systems will Airbus-Anteile verkaufen

Der britische Rüstungskonzern BAE Systems will seine 20-prozentige Beteiligung an dem Flugzeughersteller Airbus an dessen Muttergesellschaft EADS verkaufen.

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Die Airbus-Flugzeuge A380 und A318

BAE-Geschäftsführer Mike Turner bestätigte am Freitag (7.4.2006), sein Unternehmen verhandle mit der mit der Airbus-Mutter EADS über einen Verkauf der BAE-Beteiligung. "Wir glauben, dass jetzt die richtige Zeit für uns ist, unsere Airbus-Anteile zu veräußern, damit wir uns auf unsere Kernstrategie transatlantischer Verteidigung und Luftfahrt konzentrieren können", teilte Turner in einer schriftlichen Erklärung mit. "Die Gespräche darüber befinden sich in einem frühen Stadium. Weitere Mitteilungen wird es geben, wenn es angemessen ist", teilte BAE weiter mit. Der Komplettaufkauf würde EADS eine Milliardensumme kosten, doch könnte der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern dann auch die gesamten Gewinne von Airbus einstreichen

Konzentration aufs Rüstungsgeschäft

Der vor sechs Jahren aufgebaute Luft- und Raumfahrtkonzern EADS hält 80 Prozent der Anteile am Flugzeughersteller Airbus, der in den vergangenen Jahren dem US-Rivalen Boeing den Spitzenrang abgelaufen hatte. In Presseberichten war der Wert des 20-prozentigen BAE-Anteils auf mehr als drei Milliarden Pfund (rund 4,3 Milliarden Euro) taxiert worden. Der britische Rundfunksender BBC berichtete, BAE wolle seinen Anteil verkaufen, um sein Rüstungsgeschäft in den USA auszubauen. BAE könnte damit bis zu drei Milliarden Pfund (umgerechnet 4,3 Milliarden Euro) erlösen. Das britische Unternehmen hat eine Option, den Airbus-Anteil an EADS zu verkaufen. Ein EADS-Sprecher sagte, industriell würde sich durch eine Aufstockung der Anteile nichts ändern, auch für die britischen Standorte ergäben sich keine Auswirkungen. "Die Fabriken sind schon Airbus-Fabriken", sagte er.

EADS bekräftigte unterdessen einem Bericht der französischen Zeitung "Les Echos" zufolge, wie geplant ab 2008 erste Gewinne durch das neue Großraumflugzeug Airbus A 380 einfahren zu wollen. Das berichtet die Zeitung am Freitag unter Berufung auf Aussagen von EADS-Co-Chef Noel Forgeard bei einem Analystentreffen. Forgeard habe dort auch bestätigt, dass der erste A 380 Ende des Jahres an Air Singapore ausgeliefert werden soll. Emirates Airlines werde außerdem wie geplant im kommenden Frühling beliefert. Damit widersprach Forgeard Presseberichten über eine dreimonatige Verzögerung.

Spekulationen über DaimlerChrysler-Beteiligung

Anfang dieser Woche hatte BAE Systems noch einem Bericht über einen möglichen Verkauf widersprochen und mitgeteilt, es plane zunächst keine Veräußerung seines Anteils am Flugzeughersteller Airbus. Der "Daily Telegraph" hatte berichtet, BAE Systems wolle in den kommenden Monaten eine Entscheidung zu dem Verkauf treffen.

Unterdessen wies die bundeseigene KfW einen Zeitungsbericht zurück, wonach sie mit DaimlerChrysler über den Kauf von EADS-Anteilen verhandle. "Wir dementieren, dass wir mit DaimlerChrysler über den Kauf von EADS-Aktien sprechen", sagte eine Sprecherin. DaimlerChrysler und die französische Lagardere-Gruppe hatten zuvor bekannt gegeben, ihre Beteiligung an EADS um jeweils 7,5 Prozentpunkte zu verringern. Damit bleibt das austarierte deutsch-französische Machtgefüge bei dem Luft- und Raumfahrtkonzern erhalten. DaimlerChrysler hält nach Abschluss der Transaktion im Jahr 2007 dann 22,5 Prozent, die französische Seite einen gleich großen Anteil mit 7,5 Prozent bei Lagardere und 15 Prozent beim Staat. Bei einer Veräußerung von Anteilen an die staatliche KfW bliebe das Machtverhältnis ebenfalls unverändert. (stu)

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