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Aktuell Welt

Badawi-Mitstreiterin aus dem Gefängnis entlassen

Seit 90 Tagen war die Menschenrechtlerin Suad al-Schammari im saudischen Dschidda inhaftiert. Nun kam sie überraschend frei. Sie kämpft - wie ihr verurteilter Mitstreiter Raif Badawi - für Reformen in ihrer Heimat.

Suad al-Schammaris Mitstreiter, der verurteilte Blogger Raif Badawi (AFP)

Suad al-Schammaris Mitstreiter, der verurteilte Blogger Raif Badawi

Suad al-Schammari, Mutter von sechs Kindern, setzt sich seit Jahren auf friedliche Weise für soziale und politische Reformen in dem erzkonservativen Königreich ein. Sie beteiligte sich an Kampagnen, die das Recht für Frauen einfordern, in Saudi-Arabien selbst ein Auto steuern zu dürfen. Mit Badawi gehörte sie zu den Gründern eines oppositionellen Internet-Diskussionsforums, in dem es unter anderem über das Verhältnis zwischen Staat und Religion ging.

"Beleidigung des Islams"

Ende Oktober 2014 wurde al-Schammari festgenommen, nachdem sie bereits 2011 ihren Job als Hausmeisterin einer Schule in Dschidda wegen ihrer Menschenrechtsaktivitäten verloren hatte. Die Behörden warfen der Internet-Aktivistin bei ihrer Verhaftung Beleidigung des Islams vor. Sie hatte über den Kurznachrichtendienst Twitter Kommentare über religiöse Führer verbreitet.

Weltweit gibt es Solidaritätskundgebungen für Badawi, wie hier in London vor einer Woche (Foto: picture alliance)

Weltweit gibt es Solidaritätskundgebungen für Badawi, wie hier in London vor einer Woche

Schriftliche Verpflichtung

Ihre Tochter Sarah al-Rimali bestätigte jetzt der Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP), dass ihre Mutter auf freien Fuß gesetzt worden sei. Zuvor habe sich al-Schammari schriftlich verpflichtet, "ihre Aktivitäten zurückzufahren". Mit der am Donnerstag vom neuen saudischen König Salman verkündeten Amnestie für Gefangene habe die Freilassung ihrer Mutter nicht in Zusammenhang gestanden, erklärte al-Rimali weiter.

Die Ehefrau des zu zehn Jahren Gefängnis und 1000 Stockhieben verurteilten saudischen Bloggers Raif Badawi, Ensaf Haidar, hofft, dass nun auch ihr Ehemann bald von den Behörden begnadigt wird. Neben anderen Delikten wird ihm ebenfalls Beleidigung des Islams im Internet vorgeworfen. 50 Hiebe musste er am 9. Januar vor einer Moschee in Dschidda ertragen. Anschließend wurde die weitere Vollstreckung des Urteils drei Mal verschoben. Sein Schicksal sorgte international für Entsetzen und Bestürzung.

se/kle (afp, dpa, amnesty)

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