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Backen

Lebkuchen, Zimtsterne, Spekulatius: Wer verbindet dieses Gebäck nicht mit Weihnachten? Besonders zu dieser Zeit erfüllt der Duft von Selbstgebackenem viele Küchen. Zurück geht das Backen auf eine germanische Tradition.

"Gut Ding will Weile haben", sagt das Sprichwort. Die Experten meinen, ungefähr zwei Wochen müsse das Meiste ruhen, damit es sein volles Aroma entfalten kann. Das sollte man einplanen, wenn man etwa Selbstgebackenes pünktlich zu Weihnachten haben will. Gerade in der Weihnachtszeit wird gerne selbst gebacken, aber warum?

Opfergaben

In diese Zeit fällt auch die Wintersonnenwende. Genau die war seit Urzeiten Anlass, dem Sonnengott Opfer zu bringen. Bei den germanischen Völkern lässt sich schon sehr früh Gebackenes als Opfergabe nachweisen.

Und aus Mehl und Honig hergestelltes Backwerk war tatsächlich der Vorläufer unseres heutigen Weihnachtsgebäcks. Das Wort Gebäck bezeichnet in der Alltagssprache übrigens alle Backwaren, die auf einem Backblech im Ofen gebacken werden. Es kann süß, herzhaft oder salzig sein.

Gebäckarten

Das Weihnachtsgebäck ist traditionell immer süß: Honigkuchen, Spekulatius, Leb- oder Pfefferkuchen, Springerle, Spritzgebäck, Zimtsterne sind nur einige Sorten. Springerle? Lebkuchen? Spekulatius? Pfefferkuchen?

Nun, Springerle sind Anis-Plätzchen, die ebenso wie das Spritzgebäck und Zimtsterne eigentlich auf keinem Weihnachtsteller fehlen dürfen. Das Spritzgebäck heißt deshalb so, weil es aus einer Tüte auf das Backblech "gespritzt" wird. Der Spekulatius ist ein Gebäck, das früher meist den Heiligen Nikolaus darstellte. Seinen Namen hat der Spekulatius wahrscheinlich vom lateinischen "specere", was "sehen, schauen" bedeutet. Denn Spekulatius ist immer ein Abbild von etwas – etwa einem Tier oder einem Menschen.


Pfefferkuchen ohne Pfeffer

Und der Leb- oder Pfefferkuchen? Muss man sich auf heftige Niesanfälle einstellen, weil Pfeffer in den Backteig muss? Weit gefehlt. Der heißt nicht etwa deshalb so, weil in den Backteig Pfeffer gehört, sondern weil alle Gewürze, die man für seine Herstellung benötigt, aus den so genannten Pfefferländern stammen.

Neben Honig kommen noch orientalische Gewürze wie Zimt, Nelken, Anis, Kardamom, Koriander, Ingwer und Muskat in den Teig hinein. Den Lebkuchen, der namentlich auch als Pfeffer-, Gewürz- oder Honigkuchen daherkommt, gibt es in vielen verschiedenen Formen. Bei Kindern beliebt ist das Lebkuchenhaus. Es wird mit Zuckerguss und Süßigkeiten verziert.

Keine Angst vor Gebäckdosen

Nun, ein Lebkuchenhaus und auch das Gebäck überleben manchmal den Weihnachtstag nicht, weil Naschkatzen am Werk sind. Sie scheuen nicht davor zurück, so oft wie möglich in die Gebäckdosen hineinzugreifen. Dort sollte das Gebäck nämlich aufbewahrt werden, damit es frisch bleibt.

Selbstverständlich gibt es für die Herstellung des Weihnachtsgebäcks oder der Weihnachtsplätzchen – wie sie auch heißen – die unterschiedlichsten Backformen. Mit ihnen werden aus dem Backteig die Backfiguren ausgestochen. Wer aber seine Freizeit nicht in der Küche am Backofen verbringen will, der sollte zur Bäckerei gehen und sich dort Gebäck kaufen.

Backen und Bäcker

Natürlich stellt der Bäcker auch zur Weihnachtszeit nicht nur Gebäck her, sondern auch alle anderen Backwaren wie Brot und Brötchen.

Was auch immer er backen will, zuerst muss er einen Backteig machen. Was dort hineinkommt, hängt von dem Backwerk ab: Mehl, Fette, Eier, Salz oder Zucker, Backpulver oder Backhefe, Gewürze. Der Teig wird dann in die richtige Form gebracht und kommt in den Backofen. Der Teig wird dort "durch Hitze trocken und genießbar gemacht". Diesen Vorgang nennt man backen.

Traditioneller Beruf

So einfach wie das klingt, ist es nicht. Denn beim Backen geht es um mehr, als nur ums Teigkneten. Beachtet werden müssen zum Beispiel auch Backtemperatur, Backzeiten und die richtige Mischung der Zutaten.

Schließlich ist Bäcker ein traditionell angesehener Handwerksberuf. Die Zunft der Bäcker wachte schon im späten Mittelalter darüber, dass in den Backstuben alles seine Ordnung hatte – bis heute. Heutzutage heißt die Zunft "Innung".

Fragen zum Text

Wenn Teig auf ein Blech gespritzt und gebacken wird, dann ist das …

1. Backgespritztes.

2. Spritzgebackenes.

3. Ofengebäck.

Pfefferkuchen wird so genannt, weil …

1. er mit Pfeffer gebacken wird.

2. man niesen muss, wenn man ihn isst.

3. die Zutaten aus Ländern kommen, in denen Pfeffer angebaut wird.

Ein Bäcker ist ein …

1. Handwerker.

2. Musiker.

3. Maler.

Arbeitsauftrag

Finden Sie mindestens zehn Wörter, in denen der Wortstamm "backen" vorkommt. Schreiben Sie eine kurze Geschichte über jemandem, der Plätzchen oder einen Kuchen backt. Verwenden Sie die von Ihnen herausgefundenen Wörter in der Geschichte.

Autor: Michael Utz

Redaktion: Beatrice Warken

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