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Kultur

Bachmann-Preis für Maja Haderlap

Für junge Autoren kann er den Durchbruch bedeuten: der Ingeborg-Bachmann-Preis. Er ist eine der wichtigsten Literaturauszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Nun hat ihn die in Klagenfurt lebende Maja Haderlap gewonnen.

Die Gewinnerin des Ingeborg-Bachmann Preises 2011, Maja Haderlap (Foto: dapd)

Die österreichische Schriftstellerin Maja Haderlap

Die Kärntner Slowenin Maja Haderlap setzte sich bei der Preisverleihung am Sonntag (10.07.2011) mit einem Auszug aus ihrem Roman "Engel des Vergessens" gegen 13 weitere Nachwuchs-Schriftsteller aus Deutschland, Österreich und der Schweiz durch. Dabei thematisiert die 1961 geborene und in Klagenfurt lebende Autorin den Widerstand der Kärntner Slowenen gegen die deutsche Wehrmacht. Haderlap habe der Geschichte der Kärntner Partisanen eine Stimme gegeben, sagte Jurorin Daniela Strigl, die sie für den Wettbewerb vorgeschlagen hatte. "Sie beschreibt es bedächtig, mit großer Genauigkeit und ohne Hass", sagte Strigl.

Dem Widerstand Stimme gegeben

Der Umgang mit der slowenischsprachigen Minderheit in Österreichs südlichstem Bundesland Kärnten sorgt immer wieder für Debatten. Vor allem die Rechten versuchen sich mit Ablehnung und Ausgrenzung zu profilieren. Erst in der vergangenen Woche einigten sich die Parteien im Parlament nach jahrzehntelangem Streit auf eine Regelung zur Aufstellung zweisprachiger Ortstafeln. Die österreichisch-slowenische Vergangenheit sei zwar historisch, aber bisher kaum literarisch aufgearbeitet worden, erläuterte die Jurorin Strigl. Maja Haderlap sei vor diesem Hintergrund ein "Glücksfall".

Thomas Klupp, Steffen Popp, Maja Haderlap, Nina Bussmann (3sat-Preis) und Leif Randt (Ernst-Willner-Preis, von links - Foto: dapd))

Thomas Klupp, Steffen Popp, Maja Haderlap, Nina Bussmann (3sat-Preis) und Leif Randt (Ernst-Willner-Preis, von links)

"Das sind Geschichten, die mich mein ganzes Leben begleitet haben", erklärte die Gewinnerin, die auf Deutsch und Slowenisch schreibt. Sie erhält ein Preisgeld von 25 000 Euro und kann auf eine Karriere hoffen. Denn die nach der österreichischen Dichterin Ingeborg Bachmann benannte Auszeichnung gilt als einer der wichtigsten Literaturpreise im deutschsprachigen Raum. Frühere Gewinner wie Ulrich Plenzdorf, Uwe Tellkamp oder Tilman Rammstedt konnten sich danach in der Verlagswelt und bei den Lesern durchsetzen.

Uwe Tellkamp (Foto: AP)

Früherer Preisträger: Uwe Tellkamp

In diesem Jahr war es der Jury offenbar nicht leicht gefallen, sich festzulegen: Maja Haderlap setzte sich erst im vierten Wahlgang gegen den Deutschen Steffen Popp durch. Der in Berlin lebende Autor erhielt dann aber für seine Spurensuche in einem thüringischen Dorf den mit 10 000 Euro dotierten Kelag-Preis. Der mit 7500 Euro dotierte Preis des TV-Senders 3sat ging an die junge deutsche Autorin Nina Bußmann. Bei den Zuschauern kam daneben besonders der Berliner Thomas Klupp an, der mit seinem Text "9to5 Hardcore" das Thema Pornografie im Universitätsbetrieb aufgriff. Klupp bekam der Publikumspreis. Bei Maja Haderlap übrigens ist es so, dass ihr Roman von Wallstein verlegt wird und von kommender Woche an in den Buchläden zu bekommen ist.

Autor: Marko Langer (mit dpa)
Redaktion Gerhard M Friese

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