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Musik

Bach-Manuskript für 2,96 Millionen Euro versteigert

2,5 Millionen Pfund wurden beim Auktionshaus Christie's geboten - für ein Kompositions-Manuskript von Johann Sebastian Bach. Teuer wie ein wertvolles Kunstwerk und ein seltenes Exemplar, meinen Experten.

Der kostbare Gegenstand ist ein Original-Manuskript mit Bachs eigener Handschrift zum Präludium, Fuge und Allegro in Es-Dur, BWV 998 (Bach-Werke-Verzeichnis). Der Preis, der zum Schluss am Mittwoch (13.07.2016) geboten wurde, übertraf alle ursprünglichen Schätzungen des renommierten Auktionshauses.

Die Komposition, die vermutlich um 1745 entstand, ist unter Cembalisten und Lautenisten sehr beliebt. Ähnlich wie andere Werke von Johann Sebastian Bach (1685-1750), kann es auf verschiedenen Instrumenten gespielt werden. In diesem Fall unterstreicht das Bachs eigene Anmerkung auf dem Notenblatt: "Prelude pour la Luth ò Cembal" ("Für Laute oder Cembalo").

Die wertvollen Notenblätter wechselten zuletzt 1969 den Besitzer, gelangten nach Japan und wurden seitdem nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen - bis zum Sommer 2016. Nach Ausstellungen in Hamburg, München, Düsseldorf und Stuttgart sind sie noch in New York und Japan gezeigt worden.

Deutschland Bachhaus Eisenach - Gemälde Johann Sebastian Bach © picture-alliance/dpa/M. Schutt

Gemälde von Johann Sebastian Bach im Bachhaus Eisenach

So ein historisches Manuskript im Original ansehen zu können, war für NDR-Kulturreporterin Chantal Nastasi "ein besonderer Moment". Das Papier sei "deutlich vergilbt, fast bräunlich".

Kostbar wie ein altes Gemälde

Nach dem Notenbild zu urteilen, wird der Komponist das Werk wohl in einer einzigen Sitzung niedergeschrieben haben, sagte Hans-Christoph Rademann, Direktor der Internationalen Bachakademie Stuttgart. Auf ihn habe dies eine ähnliche Wirkung gehabt: "Wie ein Gemälde, das man im Original sieht".

Die grafische Qualität von Bachs Handschrift sei hier "sehr fließend und schwungvoll", bemerkt Thomas Venning, Manuskriptexperte und Leiter der Abteilung "Books & Manuscripts" bei Christie's. Papier sei zu Bachs Zeit teuer gewesen. Und an diesem Manuskript fiele die ungewöhnlich hohe Qualität des Papiers auf, die man bei Bach nicht immer antreffe,so Venning.

Notenmanuskript im Original

Wilhelm Friedemann Bach

Wilhelm Friedemann Bach war Komponist wie sein Vater

Nur wenige von Bachs Werken wurden zu Lebzeiten des Komponisten gedruckt; viele wurden in handschriftlichen Kopien, die andere Musiker angefertigt haben, überliefert - oder existieren nur in Form von Notenbüchern für einzelne Stimmen oder Instrumente.

Der Online-Plattform

bach-digital.de

zufolge sind etwa sechzehn Notenhandschriften aus Bachs Besitz derzeit in privater Hand, darunter vier Instrumentalwerke und zehn Kantaten, zum Teil nur als Fragmente überliefert. Mehr als 500 von Bach geschriebene Handschriften sind im Besitz öffentlich zugänglicher Bibliotheken. Bei einer Gesamtzahl von etwa 1160 bekannten Werken Bachs ist das etwas weniger als 50 Prozent.

Viele Werke Johann Sebastian Bachs gelten als verschollen. Bach vererbte seine Original-Notenmanuskripte seiner Witwe und seinen Kindern. Danach verliert sich oft die Spur. So ist etwa bekannt, dass sein ältester Sohn Wilhelm Friedemann einige Werke seines Vaters verkaufte, um Schulden zu begleichen.

Ebenfalls unter den Hammer bei Christie's ging das "Hortus Eystettensis," ein botanisches Nachschlagewerk aus dem Jahr 1613 vom Nürnberger Apotheker und Kupfersticher Basilius Basler. Darin sind 366 von Hand kolorierte Drucke zu sehen.

rf/hm (dpa/ndr.de/deutschlandradiokultur.de)

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