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Wissen & Umwelt

Babyschreie so laut wie Düsenjets

Ein schreiendes Baby (Foto: Flickr.com/roxeteer)

Wer etwas auf sich hält, verschafft sich früh Gehör: Wenn Babys schreien, kann das nicht nur die Nerven der Eltern belasten, sondern auch deren Gehör schädigen. Nach neuen Forschungen können Kleinkinder so viel Lärm machen wie ein Düsenjet – nämlich bis zu 120 Dezibel. Zum Vergleich: ab 85 Dezibel Lärmbelastung am Arbeitsplatz müssen beispielsweise Bauarbeiter einen Gehörschutz tragen, da dies als kritische Grenze für eine dauerhafte Lärmbelastung gilt. Streng genommen müssten Eltern also einen Kopfhörer tragen, wenn ihr Kind schreit.

Besonders betroffen: Eltern von so genannten "Schreibabys". Rund jedes fünfte Baby zählt dazu und schreit außergewöhnlich oft und ausdauernd. Nach Definition der Münchner Säuglingsforscherin Mechthild Papousek sind das Babys, die über einen Zeitraum von drei Wochen an mindestens drei Tagen pro Woche mindestens drei Stunden lang weinen. Manche Kinder schaffen sogar bis zu acht Stunden Geschrei - am Stück.

Schreien Sie deutsch?

Geschrei ist dabei aber nicht gleich Geschrei: So brüllen zum Beispiel deutsche Säuglinge anders als französische, fanden Forscher der Uniklinik Würzburg heraus. Ein typischer französischer Babyschrei hat einen steigenden Melodiebogen, während bei deutschen Babys die Melodiekurve abfällt – ganz ähnlich wie bei der Sprache der Erwachsenen. Die Ursache: bereits im Mutterleib nehmen die Säuglinge Lautmelodien wahr, die sie später beim Schreien nachahmen. Wenn man so will, ist das Schreien somit ohnehin nur eine lautstarke Vorstufe des Sprechens.

Autor: Joscha Weber

Redaktion: Andreas Ziemons