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Aktuell Asien

Bürgerrechtler Chen kritisiert Rachefeldzug gegen Familie

Während Chen Guangcheng in einem Pekinger Krankenhaus weiter auf seine Ausreisepapiere wartet, gehen Behörden der Provinz Shandong offenbar gegen Mitglieder seiner Familie vor. Die USA verlangen Aufklärung.

Sein älterer Bruder und dessen Frau seien unter Hausarrest gestellt, sein Neffe Chen Kegui verhaftet worden, dessen Frau verschwunden und dessen Eltern würden ebenfalls von der Polizei belästigt, sagte der blinde Bürgerrechtler mehreren westlichen Nachrichtenagenturen. Chen Kegui war verhaftet worden, als er sich nach eigenen Angaben gegen einen Schläger wehren wollte, der zusammen mit örtlichen Funktionären in sein Haus eingedrungen sei.

Video ansehen 01:41

DW-Interview mit Bürgerrechtler Chen

"Ich kenne die Situation nicht genau, aber es ist ein wirklich schlimmer Rachefeldzug", sagte der Aktivist. Es handle sich um Vergeltungsaktionen, mit denen die örtlichen Behörden Rache nähmen für seine Flucht aus dem Hausarrest.

Menschenrechtler erklärten, in Chengs Heimatdorf in Shandong stünden etwa zwölf Verwandte unter verschiedenen Formen des Hausarrestes. Trotz der internationalen Aufmerksamkeit sei Chengs Familie von jeglichem Kontakt mit der Außenwelt abgeschnitten.

USA stellen Fragen

Die USA forderten von der chinesischen Führung eine Erklärung zu den Vorgängen. Den chinesischen Behörden seien entsprechende Fragen gestellt worden, sagte US-Außenamtssprecherin Victoria Nuland. Die USA hätten ihrer Sorge über mögliche Misshandlungen Ausdruck verliehen.

Chen war am 22. April aus 19 Monaten Hausarrest in dem Dorf Dongshigu mit Hilfe von Freunden in die US-Botschaft in Peking geflohen und hatte damit eine politische Krise ausgelöst. Nach sechs Tagen verließ er die Mission. Aus Angst um seine Sicherheit fordert er seine Ausreise in die USA. Die Behörden stellten ihm zunächst Reisedokumente für einen Studienaufenthalt in den USA in Aussicht. Seitdem wartet er auf einen Pass.

gmf/wa (dpa, afp, dapd)

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