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Aktuell Welt

Bürgerkriegsähnliche Zustände in der Ukraine

Die Übergangsregierung in Kiew hält an ihrem Anti-Terror-Einsatz fest - ungeachtet diplomatischer Bemühungen des Westens. Auch die prorussischen Separatisten schaffen Fakten. In Odessa befreien sie Gesinnungsgenossen.

Mit Kampfhubschraubern und Panzerfahrzeugen gehen die Truppen der prowestlichen Regierung weiter gegen moskautreue Aktivisten im Osten des Landes vor. Wieder gab es Tote und Verletzte auf beiden Seiten. So verstärkte die ukrainische Armee ihren Belagerungsring um die von prorussischen Milizen gehaltene Stadt Slowjansk. Soldaten errichteten mit gepanzerten Fahrzeugen (siehe Artikelbild) außerhalb der 120.000-Einwohner-Stadt einen Kontrollposten auf der Hauptverbindungsstraße in die Regionalmetropole Donezk, wie Reporter der franzöischen Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP) meldeten. "Die Stadt ist vollkommen umstellt", bestätigte Rebellen-Sprecherin Stella Choroschewa.

Rebellen: Kontrollieren viele Verwaltungsgebäude

In der Millionenstadt Donezk und weiteren Großstädten brachten prorussische Separatisten nach eigenen Angaben zentrale Gebäude wieder unter ihrer Kontrolle.

"Wir haben die Verwaltungsgebäude in den entscheidenden regionalen Zentren eingenommen", sagte der Anführer der selbst ernannten Volksmiliz, Miroslaw Rudenko, der Agentur Interfax. Allgemein sei die Lage ruhig, die Gefechte seien am Abend vorübergehend eingestellt worden.

Neben Slowjansk sind danach auch in Kramatorsk die wichtigsten Gebäude weiter in den Händen der Separatisten. Die Agentur Ria Nowosti meldete, in der 160.000-Einwohner-Stadt sei die Zentrale des Inlandsgeheimdienstes SBU in Flammen aufgegangen.

Prorussische Bürger schlagen sich auf die Seite der Angreifer auf einer Polizeistation in Odessa (Foto: rtr)

Prorussische Bürger schlagen sich auf die Seite der Angreifer auf einer Polizeistation in Odessa

Polizeiwache in Odessa gestürmt

Eine mit Knüppeln bewaffnete Menge stürmte in der ukrainischen Millionenstadt Odessa den örtlichen Sitz der Polizei, um moskautreue Gesinnungsgenossen zu befreien. Spezialeinheiten drängten die Angreifer laut örtlichen Medienberichten zuerst zurück. Unter dem Druck der Demonstranten setzte die Polizei dann aber doch nach offiziellen Angaben 67 Personen auf freien Fuß.

Angesichts der nicht enden wollenden Gewalt weisen sich die ukrainische Führung und Russland gegenseitig mit markigen Worten hierfür die Schuld zu. Kiew verantworte ein "Blutvergießen, das schießende Truppen an unbewaffneten Menschen" anrichteten, erklärte das Außenamt in Moskau. Der ukrainische Innenminister Arsen Awakow bekräftigte, der Anti-Terror-Einsatz gehe weiter. Mit Blick auf den Kampf gegen prorussische Separatisten erklärte er: "Wir werden weiter gegen Extremisten und Terroristen vorgehen, die Gesetze ignorieren und das Leben der Bürger gefährden."

se/det (rtre, dpa, afp)