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Aktuell Welt

Bündnis gegen Boko Haram

Anfang der Woche hat die Armee Kameruns der Terrorgruppe Boko Haram eine empfindliche Niederlage zugefügt. Der Tschad bietet dem Nachbarland jetzt Unterstützung gegen die Extremisten an.

Soldaten der Armee des Tschad Foto: AFP/Getty Images)

Soldaten der Armee des Tschad

Tschads Präsident Idriss Déby erklärte nach einem Treffen mit Kameruns Verteidigungsminister Edgard Alain Mebe Ngo'o, sein Land sei bereit, "die mutige und entschlossene Reaktion" der kamerunischen Streitkräfte auf die "kriminellen und terroristischen Taten von Boko Haram aktiv zu unterstützen".

Tschads Präsident Deby (AFP/Getty Images)

Tschads Präsident Deby

Appell an Staatengemeinschaft

Deby rief außerdem die Internationale Gemeinschaft und die Staaten der Region, insbesondere die Mitglieder der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS), auf, Kamerun und den anderen Anrainerstaaten des Tschad-Sees gegen Boko Haram zur Hilfe zu kommen.

Vor dem Europa-Parlament in Straßaburg forderte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini ein stärkeres Engagement der EU gegen die islamistische Terrororganisation. . Sie verwies auf die Solidarität der Europäer mit den Opfern der Terroranschläge in Frankreich und fragte: "Was tun wir gegen Boko Haram?". Die Dschihadisten destabilisierten die gesamte Region.

Kampf für Kalifat

Die sektenartige islamistische Terrorgruppe kämpft seit Jahren im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias für einen islamischen Staat, hat ihre Angriffe zuletzt aber vermehrt auf den Norden Kameruns ausgedehnt. Erst am Montag hatte die Armee Kameruns einen Großangriff von Boko-Haram-Kämpfern abgewehrt und mehr als 140 Dischihadisten getötet.

In Nigeria schlugen Regierungssoldaten einen Angriff der Boko Haram auf die Stadt Biu zurück. Mehrere Aufständische seien bei den Gefechten im Nordosten des Landes getötet worden, berichteten Augenzeugen und Sicherheitskräfte. Es war bereits der zweite Überfall auf Biu innerhalb von zwei Wochen.

Anfang Januar hatten die Islamisten die Stadt Baga am Tschad-See erobert und den dortigen Militärstützpunkt unter ihre Kontrolle gebracht. Die Rebellen töteten dabei zahlreiche Zivilisten. Das nigerianische Militär sprach von 150 Toten, einige Bewohner von sogar von 2000.

Karte Nigerias und seiner Nachbarstaaten (Karte: DW)

Karte Nigerias und seiner Nachbarstaaten

Flüchtlinge in Niger

Der blutige Konflikt in Nigeria wirkt sich zunehmend auch auf den nördlichen Nachbarn Niger aus. Nach UN-Angaben sind seit 2013 mehr als 115.000 Nigerianer vor den Kämpfen nach Niger geflohen. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) nannte die humanitäre Situation im Osten Nigers am Mittwoch "sehr beunruhigend". Nach der Eroberung Bagas durch Boko Haram haben rund 11.000 Menschen Zuflucht in Tschad gesucht. In Nigeria sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR rund 650.000 Menschen wegen des Boko-Haram-Terrors in andere Landesteile geflohen

wl/uh (afp,rtr)