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Kultur

Bücher-Guide im Internet

Kant kennt jeder, aber Uwe Timm? Wie sollen ausländische Verlage entscheiden, welche deutschsprachigen Bücher sie in ihre Sprache übersetzen? Der neue Internet-Auftritt Litrix.de will dabei helfen.

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Ziel: Mehr deutschsprachige Bücher sollen übersetzt werden

"Abwesend und doch anwesend hat er mich durch meine Kindheit begleitet, in der Trauer der Mutter, den Zweifeln des Vaters, den Andeutungen zwischen den Eltern. Von ihm wurde erzählt,…" so beschreibt Uwe Timm den Bruder im Roman "Am Beispiel meines Bruders". Dieser Roman führt die Liste der Empfehlungen von Litrix.de an. Aber was ist Litrix.de?

Litrix.de ist eine Internetseite mit dem Ziel aktuelle deutschsprachige Literatur ins Ausland zu vermitteln.

Natürlich gebe es andere Portale, die sich mit demselben Thema und derselben Aufgabe beschäftigen, meint Heike Friesel von der Litrix-Redaktion, z.B. "New Books in German".

"Der große Vorteil, den wir bieten, ist, dass wir umfangreiche Probeübersetzungen bieten können." Rund 20 Seiten werden übersetzt, "so dass sich eben die ausländischen Interessierten dann auch direkt mit der Materie vertraut machen können." Was ausgewählt wird, um es auf Deutsch, Englisch und in diesem Jahr auch auf Arabisch den Lesern zu präsentieren, darüber entscheidet eine hochkarätig besetzte Jury.

Verstärkung aus arabischen Raum

Nur woher sollen deutsche Kritiker wissen, was Menschen in Ägypten, Tunesien oder Algerien gerne lesen? Hiermit hat sich in diesem Jahr eine zweite, aus dem arabischen Raum stammende Jury auseinandergesetzt.

Nach Heike Friesel von der Litrix-Redaktion richtet sich das neue Online-Angebot "vorwiegend an Literaturinteressierte und in der Buchbranche tätige Leute im Ausland. Also an Verleger, Lektoren, Übersetzer, Scouts, aber natürlich auch an Germanisten, Studenten, also an alle Leute im Ausland, die mit deutscher Literatur zu tun haben."

Leitung beim Goethe Institut

Initiator des Litrix-Projekts ist die Kulturstiftung des Bundes, in der sich als Mitglied des Stiftungsrates besonders die Schriftstellerin Monika Maron für eine Stärkung von deutscher Literatur im Ausland eingesetzt hat. Das Goethe Institut erschien als die geeignete Institution zur Leitung des Online-Portals. Unter anderem weil die ausgewählten Autoren auf Lesereise geschickt werden sollen. Hier bieten sich die weltweit verteilten Goethe-Institute als Veranstaltungsorte geradezu an.

Nur Neuerscheinungen im Blick

Die Förderung von Übersetzungen in Sprachregionen, in denen bislang das Interesse an deutscher Gegenwartsliteratur gering ist, zählt zu den zentralen Anliegen von Litrix.de. Bis heute sind es fast nur deutsche Klassiker, wie Goethe oder Kant, die etwa auch auf Arabisch erscheinen konnten. Ein Gespräch über Neuerscheinungen war kaum möglich.

Daher betont Friesel: "Das Konzept beinhaltet, dass wir uns nur um Neuerscheinungen kümmern, also auch wenn es hervorragende Bücher sind, die vor drei Jahren erschienen sind, die sind für uns vollkommen irrelevant. Sondern, dass es eine der Ideen ist, die Zugriffsmöglichkeit ausländischer Verleger so kurz wie möglich nach dem Erscheinen des Buches auf dem deutschen Buchmarkt zur Verfügung zu stellen."

Breites Spektrum

Das Spektrum von Litrix.de wurde breit gefasst. Neben Belletristik und Sachbuch gehört hierzu auch die Sparte Kinder- und Jugendbuch. Allerdings in kleinerer Auswahl. Ins Arabische wurde nur Jens Soentgens Text "Selbstdenken!" übersetzt.

Dreißig Bücher stellt Litrix.de jährlich vor. Nach dem Ausflug ins Arabische werden im nächsten Jahr voraussichtlich Übersetzungen aus dem ostasiatischen Sprachraum angeboten.

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