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Politik

Böses Omen für den Weltklimagipfel

Vier Wochen vor dem UN-Klimagipfel schwindet die Hoffnung, dass sich die Staatengemeinschaft in Kopenhagen auf ein neues globales Klima-Abkommen einigen wird. Eine Vorbereitungstreffen endete ohne greifbare Ergebnisse.

Protestbanner an Columbus-Statue in Barcelona (Foto: AP)

"Klima-Chaos": Greenpeace-Protestbanner an Columbus-Statue in Baracelona

Nach fünftägigen Verhandlungen, an denen in der spanischen Millionen-Metropole Barcelona Delegationen aus aller Welt teilnahmen, kehrte Ernüchterung ein: Greifbare Fortschritte? Fehlanzeige!

Uneinigkeit besteht weiterhin insbesondere über verbindliche Reduktionsziele bei den klimaschädlichen Treibhausgasen und über die Lastenteilung zwischen Industrie- und Entwicklungsländern.

"Wendepunkt" Kopenhagen?

Yvo de Boer (Foto: AP)

Appelle: Yvo de Boer

UN-Klimasekretär Yvo de Boer gab sich dennoch kämpferisch: "Kopenhagen kann und muss der Wendepunkt im internationalen Kampf gegen den Klimawandel sein." Wichtig sei, in der dänischen Hauptstadt zu einer "starken Kombination aus Verbindlichkeit und Kompromissen" zu gelangen, erklärte de Boer. Er appellierte vor allem an die USA, verbindliche Aussagen zur Begrenzung ihrer Emissionen zu treffen. US-Chefunterhändler Jonathan Pershing schloss dies nicht aus, sagte aber, etwaige Ziele seien "noch nicht entschieden".

Die EU ihrerseits will sich in Kopenhagen dem Ziel verpflichten, ein Ansteigen der Durchschnittstemperatur auf maximal zwei Grad im Vergleich zu den Werten vor der Industrialisierung zu begrenzen. Konkretere Zahlen legte sie allerdings bisher nicht vor.

"Sicherheitshalber freigehalten"

Die Hoffnung liege nun auf den Staats- und Regierungschefs, erklärte de Boer. Ein Erfolg in Kopenhagen hänge entscheidend davon ab, dass beim UN-Klimagipfel auf höchster politischer Ebene die richtigen Signale gegeben würden.

Nach Angaben der dänischen Regierung haben bereits 40 Staats- und Regierungschefs ihr Kommen angekündigt. Darunter seien der der französische Präsident Nicolas Sarkozy und der britische Premier Gordon Brown. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel könnte Mitte Dezember in die Verhandlungen eingreifen, die formal den Umweltministern vorbehalten sind. "Sie hat sich den Termin sicherheitshalber freigehalten", teilte ein Regierungssprecher in Berlin mit.

Klimaschutz-Aktivisten in Barcelona (Foto: AP)

Protest von Klimaschutz-"Aliens": Umwelt-Organisationen kritisieren die Zurückhaltung vieler Länder

"Rahmen" statt Abkommen?

Auf dem Kopenhagener Gipfel soll ein Nachfolgeabkommen für das im Jahr 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll gefunden werden. Doch die skeptischen Töne werden immer lauter: Auch Merkel hatte kürzlich erklärt, sie rechne nicht mehr mit der Verabschiedung eines Nachfolgevertrags, sondern vielmehr mit einem "politischen Rahmen". De Boer hofft immerhin: Jede auf dem UN-Gipfel getroffene Vereinbarung werde "moralisch verpflichtend" sein. Umweltschützer glauben nicht, dass der Klimasekretär Recht behält.

Autor: Christian Walz (dpa/afp/rtr/ap)
Redaktion: Marko Langer

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