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Confed Cup

Böses Blut zwischen Mexiko und Neuseeland

Mexiko dreht das Spiel gegen den Außenseiter - am Ende gibt es fast eine Prügelei. Europameister Portugal trifft früh gegen Russland und hat alles im Griff. Doch dann wird es gegen den Gastgeber doch noch einmal eng.

Eigentlich war es ein packendes und schön anzuschauendes Fußballspiel: Außenseiter Neuseeland ging kurz vor Ende der ersten Halbzeit durch seinen Kapitän Chris Wood überraschend gegen Favorit Mexiko in Führung (42. Minute). Nach der Pause machte Mexikos "Tri" Druck und schnürte die "All Whites" in der eigenen Hälfte ein. Durch Treffer von Raul Jimenez (54.) und Oribe Peralta (72.) drehten die Mexikaner das Spiel. Kurz vor dem Ende scheiterte Ryan Thomas mit einem Fernschuss am Lattenkreuz. Mit 2:1 (0:1) setzte sich der Nord- und Mittelamerika-Champion gegen den Ozeanienmeister durch.

Doch mindestens in zwei Situationen blieb das vom Fußball-Weltverband FIFA stets eingeforderte Fairplay auf der Strecke. Nach einem Zweikampf fiel Mexikos Carlos Salcedo in der 28. Spielminute unglücklich auf die Schulter und blieb verletzt am Boden liegen. Neuseeland spielte dennoch weiter und hätte fast ein Tor erzielt. Mexikos Trainer Juan Carlos Osorio war darüber so sauer, dass er sein Gegenüber Anthony Hudson wüst beschimpfte und dem neuseeländischen Coach ein wütendes "Motherfucker!" entgegenschleuderte. Salcedo wurde lange behandelt und schließlich mit fixiertem und bandagiertem linkem Arm vom Platz getragen. Offenbar hatte er sich die Schulter ausgekugelt und möglicherweise sogar schwerer verletzt.

Fußball Confed Cup - Mexiko vs. Neuseeland (picture-alliance/AP Photo/M. Meissner)

Neuzugang Carlos Salcedo steht Eintracht Frankfurt möglicherweise für längere Zeit nicht zur Verfügung

Kurz vor Spielende wurde es in der Nachspielzeit noch wilder und sogar körperlich: Nach einem Trikotzupfer von Diego Reyes gegen Michael Boxall gab es eine Rudelbildung mit wildem Herumgeschubse und etlichen Handgreiflichkeiten. Der Schiedsrichter verzichtete zunächst auf das Zeigen irgendeiner Karte, brachte anschließend aber Teams und Zuschauer gegen sich auf, weil er das Spiel doch unterbrach und minutenlang am Spielfeldrand den Videoschiedsrichter konsultierte. Er zeigte schließlich Mexikos Giovanni dos Santos (90.+5) und Reyes (90.+6) die Gelbe Karte - und nach einer weiteren Unterbrechung auch Boxall (90.+6). Erst nach acht Minuten Nachspielzeit kam der erlösende Schlusspfiff.

Ronaldos Tor entscheidet die Partie

Dank Superstar Cristiano Ronaldo hat Europameister Portugal beim Confed Cup in Moskau das Halbfinale klar ins Visier genommen. Gastgeber Russland erlebte durch den 1:0 (1:0)-Erfolg der Portugiesen im zweiten Gruppenspiel dagegen einen kräftigen Dämpfer. Unbeeindruckt von den Vorwürfen des Steuerbetrugs in Spanien stellte Weltfußballer Ronaldo schon nach acht Minuten mit seinem Führungstreffer die Weichen auf Sieg. Nach schöner Flanke des Dortmunders Raphael Guerreiro, der in der zweiten Halbzeit mit Verdacht auf Knöchelbruch verletzt ausgewechselt werden musste, traf Portugals Rekordtorschütze mit seinem 74. Länderspieltreffer aus fünf Metern per Kopf.

Russlands Torwart Igor Akinfejew - in seinem 100. Länderspiel - riss die Arme einen Sekundenbruchteil zu spät nach oben und war geschlagen. Der Torwart und die gesamte russische Abwehr sahen beim Gegentreffer nicht gut aus. Danach war es ein Spiel auf ein Tor: Portugal bestimmte mit der Führung im Rücken das Tempo und hätte weitere Treffer erzielen müssen. Russland verhielt sich sehr passiv und kam kaum zu Gelegenheiten. Jubilar Akinfejew war es zu verdanken, dass die Sbornaja nicht schon vor der Pause hoffnungslos in Rückstand geriet.

Fußball Confed Cup Russland v Portugal Ronald Torjubel (Reuters/J. Sibley)

Nicht zu stoppen: Cristiano Ronaldo (l.) ist auch im Nationaltrikot der Mann für die wichtigen Tore

Nachdem der Favorit seine Chancen aber nicht nutzte, wurden die Russen nach einer Stunde mutiger und kamen besser ins Spiel. Jetzt war es die portugiesische Abwehr, die ein ums andere Mal nicht gut stand. Portugals Trainer Fernando Santos verzweifelte an der Seitenlinie fast, weil sich sein Team zu stark hinten rein drängen ließ. Doch das von Keeper Rui Patricio gehütete Tor Portugals geriet auch in dieser Drangphase der Russen nur selten wirklich in Gefahr. Die Effektivität der Russen ließ zu wünschen übrig, und so retteten die Portugiesen den knappen Sieg über die Zeit.

Russland braucht einen Sieg

Die Russen (3 Punkte) müssen nach ihrem 2:0-Auftaktsieg gegen Neuseeland nun ihr letztes Vorrunden-Spiel gegen Mexiko am Samstag gewinnen, um nicht vorzeitig die Segel streichen zu müssen. Nur die ersten beiden Teams jeder Gruppe erreichen die Halbfinals. Mexiko hat genau wie Portugal nun vier Punkte auf dem Konto. spielt am Abend gegen Neuseeland. Portugal verfügt nun über vier Punkte und tritt im letzten Vorrundenspiel gegen die Neuseeländer an, die bereits ausgeschieden sind. 

In Gruppe B trifft die deutsche Mannschaft am Mittwoch in ihrem zweiten Vorrundenspiel auf Südamerikameister Chile.

asz (dpa, sid)

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