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Wirtschaft

Börsen international: Geschäftsklima schlecht, Börsenklima gut

Obwohl der an den Börsen traditionell stark beachtete Ifo-Geschäftsklima-Index im Oktober auf den auf den tiefsten Stand seit acht Jahren sank, konnten die Aktienkurse deutlich zulegen.

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Die Konjunkturkurve zeigt nach unten - die Börsenkurse gehen dennoch nach oben.

Der DAX stand um 12 Uhr Ortszeit bei 5.120 Punkten, einem Plus von 24 Zählern oder 0,5 Prozent. Auch der Neue Markt setzte trotz der schlechten Geschäftsklima-Daten seine beeindruckende Aufholjagd seit dem 11. September fort. Der Nemax50 gewann 20 Punkte oder 1,5 Prozent auf 1.313 Punkte.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex für Westdeutschland war im Oktober auf 84,7 Punkte gesunken. Im September hatte er 85,0 Punkte betragen. Bereits dies war der tiefste Stand seit acht Jahren. Ifo-Volkswirt Gernot Nerb rechnet dennoch mit einer Erholung im ersten Quartal nächsten Jahres. Von Reuters befragte Analysten hatten einen zum Vormonat unveränderten Stand von 85 Punkten erwartet. Daher ist die positive Reaktion der Börse mehr als überraschend. Chefvolkswirt Jörg Krämer von Invesco Asset Management wies auch darauf hin, dass auf einen derart niedrigen Index praktisch immer eine tiefe Rezession und nicht nur eine kleine Wachstumsdelle folgte.

Lufthansa und MAN verlieren

Tagesverlierer war die Lufthansa mit minus 5,2 Prozent. Die Luftlinie verhandelt derzeit mit den Gewerkschaften über einen Lohnverzicht, ohne das eine Einigung absehbar wäre. Bei dieser Unsicherheit möchte der ein oder andere Investor gerne seine Schäfchen ins Trockene bringen und nimmt die Gewinne mit, die die Lufthansa-Aktie in den letzten Tagen erzielt hat.

Zweiter großer Verlierer war der Nutzfahrzeughersteller MAN, der mit schlechten Quartalszahlen überraschte. Der LKW-Verkauf lief in den letzten Monaten schwächer als erwartet, so dass MAN im dritten Quartal einen Verlust von 87 Millionen Euro vor Steuern einfuhr. Die von Reuters befragten Analysten hatten mit einem Gewinn von 62 Millionen Euro gerechnet. Das Desaster im dritten Quartal ließ auch die Gewinne in den ersten neun Monaten um 87 Prozent auf nur noch 68 Millionen Euro schrumpfen. Vor allem Abschreibungen auf britische Tochter ERF belasten Geschäft. Auch der Verkauf von Unternehmenstöchtern wie dem Automobilzulieferer Schwäbische Hüttenwerke kommt nicht voran. Für die zweite Hälfte 2002 gibt sich MAN aber wieder zuversichtlich. Nicht so zuversichtlich sieht das die Börse: Sie straft die Aktie mit einem Minus von 3 Prozent.

Stärkste Dax-Aktie ohne besondere Nachrichten war der Medizintechnikhersteller Fresenius Medical Care mit einem Plus von 2,4 Prozent.

Uneinheitlich - die Börsen in Asien

Trotz der negativer Vorgabe der Wall Street konnte die Tokioter Börse fester schließen. Der Nikkei-Index der 225 führenden Aktienwerte Japans ging mit 10.661 Zählern aus dem Markt, ein Gewinn von 86 Punkten oder 0,8 Prozent. Vor allem Banktitel waren gefragt, nachdem sich die Asahi-Bank von mehr faulen Krediten trennen will, als bisher geplant.

Die Börse in Hongkong konnte sich dagegen nicht dem Abwärtstrend aus New York entziehen. Hier sank der Hang Seng-Index auf 11.179 Punkte, ein Minus von 47 Zählern oder 0,4 Prozent. Der Grund waren Gewinnmitnahmen, nachdem die Kurse fünf Tage lang gestiegen waren. Besonders die Mobilfunkanbieter China Mobile und China Unicom büßten an Wert ein.

Der Euro sank um ein halbes Prozent unter die 88-Cent-Marke auf 0,8789 US-Dollar.

Die Dax-Kurse im Einzelnen, wie immer in Euro und ohne Gewähr:

  • Adidas 73,44 -0,51
  • Allianz 265,03 1,53
  • BASF 43,50 0,20
  • Bayer 37,89 -0,01
  • Hypovereinsbank 39,60 0,25
  • BMW 39,45 0,63
  • Commerzbank 21,58 0,18
  • DaimlerChrysler 46,72 -0,13
  • Degussa AG 29,10 -0,02
  • Deutsche Bank 75,57 0,97
  • Deutsche Post 16,39 0,24
  • Deutsche Telekom 18,91 -0,44
  • E.ON 59,69 1,03
  • Epcos 56,08 -0,22
  • Fresenius 72,20 1,70
  • Henkel 68,70 1,10
  • Infineon 20,50 -0,60
  • Linde 47,35 0,10
  • Lufthansa 15,35 -0,84
  • MAN 22,02 -0,68
  • Metro 38,45 0,55
  • MLP 86,63 -2,17
  • Münchner Rück 304,20 0,55
  • Preussag 31,48 0,53
  • RWE 44,44 0,62
  • SAP 129,75 -0,65
  • Schering 61,44 0,94
  • Siemens 67,21 0,55
  • Thyssen-Krupp 15,53 0,09
  • Volkswagen 50,77 0,37

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  • Datum 21.11.2001
  • Autorin/Autor Johannes Beck
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1OaL
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