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Wirtschaft

Börse am Mittag: Märkte weitgehend richtungslos

Der Deutsche Aktienindex DAX ist bis zum Donnerstagmittag unentschlossen zwischen Plus und Minus hin- und hergependelt.

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Händler an der Frankfurter Börse

Der Index notierte bei rund 4.966 Punkten, also etwa 50 Zähler über Vortagesschluss. Der NEMAX 50 gewann gut sechs Zähler auf 1221 Punkte. Unternehmenszahlen und Empfehlungen bestimmten in erster Linie das Geschehen.

Versicherungs-Werte im Aufwind

So empfahl die Investmentbank Morgan Stanley Anlegern, europäische Versicherer überzugewichten. Einer der Favoriten der Analysten sei die Allianz. Die Aktie zog um drei Prozent an. Münchener Rück gewannen als Spitzenwert im Dax sogar fast vier Prozent, nachdem die Neunmonats-Zahlen im Rahmen der Erwartungen geblieben waren.

Die weltgrößte Rückversicherung Münchener Rück rechnet trotz Milliardenschäden durch die Terroranschläge in den USA mit einem Gewinn im Gesamtjahr. Infolge der Anschläge am 11. September und anderer Großschäden sei im dritten Quartal ein Verlust von 1,2 Milliarden Euro (2,3 Milliarden DM) entstanden, berichtete die Münchener Rück am Donnerstag in München. Dies war so auch erwartet worden. In den ersten neun Monaten blieb damit noch ein Überschuss von 85 Millionen Euro übrig. Auch das Gesamtjahr werde die Gesellschaft aus heutiger Sicht mit einem positiven Ergebnis abschließen. Die Münchener Rück hatte die Schadenbelastung durch die Terroranschläge bereits im September mit 2,1 Milliarden Euro beziffert. An dieser Schätzung habe sich nichts geändert.

Preussag nach Zahlen unter Druck

Der weltgrößte Tourismuskonzern Preussag hat am Morgen Zahlen vorgelegt. Die Aktie verlor 2,3 Prozent, weil die Zahlen nicht ganz die Prognosen erfüllt hätten, sagten Händler, aber vor allem der Ausblick nicht brillant sei. Man müsse aber berücksichtigen, dass das dritte Quartal traditionell das schwächste bei Preussag ist.

Fusionen von Ölkonzernen auf Eis

Das Bundeskartellamt will die geplanten Mineralöl-Fusionen von Shell und DEA sowie von BP und Aral verbieten. Die Aktien der Versorger RWE und E.ON tangierte das zunächst kaum: RWE gewannen ein halbes Prozent, E.On legten über ein Prozent zu.

T-Online überrascht Analysten

Der Internet-Dienstleister T-Online hat am Donnerstag an der Börse von einem über den Erwartungen liegenden Quartalsergebnis und einem positiven Ausblick profitiert. Am Vormittag gewannen die Aktien des im Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax50 gelisteten Unternehmens in der Spitze mehr als zehn Prozent.

T-Online hatte am Morgen die Finanzmärkte damit überrascht, dass das Deutschland-Geschäft des Konzerns bereits im dritten Quartal auf operativer Basis die Gewinnschwelle erreicht habe. Die Tochter der Deutschen Telekom rechnet nun damit, dass der operative Verlust (Ebitda) im laufenden Jahr gegenüber den bisherigen Prognosen deutlich geringer ausfallen und nach einer 'konservativen' Schätzung bei unter 200 Millionen Euro liegen wird. Analysten sagten in ersten Stellungnahmen, die Ergebnisse seien besser als erwartet und sähen sehr gut aus.

Nikkei knapp behauptet

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat bis zum frühen Donnerstagvormittag weiter schwach tendiert, aber noch knapp im Plus geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte notierte 31,15 Punkte über Vortagesniveau mit 10655,96 Zählern.

Ungewisse Zukunft von Enron belastet

Mit einer sehr schwachen Tendenz sind die Notierungen an der Wall Street am Mittwoch aus dem Handel gegangen. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte ging mit einem Abschlag von 1,6 Prozent bzw. 160,74 Punkten auf 9.711,86 aus der Sitzung. Der Nasdaq-Composite-Index fiel um 2,5 Prozent bzw. 48,00 Stellen auf 1.887,97. Im Mittelpunkt standen Enron, die um 85 Prozent auf 0,61 USD einbrachen, nachdem der Fusionspartner Dynegy den Zusammenschluss gekündigt hatte.

Enron habe Zusagen, Vereinbarungen und Abkommen gebrochen, begründete das Unternehmen die überraschende Entscheidung und führte zudem die finanziellen Schwierigkeiten Enrons an. Erst am Vortag hatte Dynegy angekündigt, auf Grund der Situation Enrons die Bedingungen für die Übernahme nachverhandeln zu wollen. Zudem haben Ratingagenturen die Schuldtitel von Enron inzwischendeutlich heruntergestuft. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Unternehmen Insolvenz beantragen muss, hieß es. Der Kurseinbruch von Enron war mit dem höchsten Umsatz eines Einzelwertes in der Geschichte der NYSE verbunden.

Die grundsätzlich schwache Tendenz des Marktes sei allerdings nicht überraschend. "Die Kurse sind sieben Wochen lang gestiegen, da bedarf es nur eines kleinen Katalysators um den Markt kippen zu lassen", sagte Arthur Hogan von Jefferies. Ein solcher Katalysator waren die Beige-Book-Aussagen der US Federal Reserve gewesen. Demnach hat sich die US-Wirtschaft in den bisherigen Herbstmonaten unverändert schwach gezeigt. Wie die US-Notenbank weiter berichtete, würden negative Entwicklungen weiterhin dominieren und Zeichen eines Aufschwungs überdecken. Diese Aussagen belasteten vor allem die Konsumwerte, die sich bereits an den vergangenen Handelstagen mit Abschlägen gezeigt hatten.

  • Datum 29.11.2001
  • Autorin/Autor Thomas Kirschning
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1QMQ
  • Datum 29.11.2001
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