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Wirtschaft

Börse am Abend: Gelbe Karte für Infineon

Nach einem positiven Auftakt am Morgen, rutschten die Kurse an der Deutschen Börse in Frankfurt am Nachmittag ins Minus. Damit konnte die Zinssenkung der US-Notenbank Fed die Kurse nur kurz beflügeln.

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Fast alle Analysten hatten die Zinssenkung um 25 Basispunkte auf 1,75 Prozent erwartet. Damit war die Entscheidung bereits "eingepreist", wie es in der Börsenfachsprache so schön heißt.

Vielleicht hat die Zinssenkung bei den Investoren die Zweifel am Zustand der Wirtschaft genährt. Wenn es nötig war, die Leitzinsen auf den tiefsten Stand seit 40 Jahren zu senken, kann es der Wirtschaft nicht all zu gut gehen. Das hieße dann aber auch, dass die Aktienkurse in den vergangenen Wochen deutlich zu hoch gestiegen wären.

Am Mittwoch setzten sich jedenfalls die Pessimisten durch. Der DAX verlor 84 Punkte oder 1,6 Prozent und ging mit 5.063 Zählern aus dem Handel. Am Neuen Markt gab es noch deutlichere Verluste: Der Nemax50 büßte 45 Punkte oder 3,5 Prozent auf 1.238 Zähler ein.

Infineon erhält den unrühmlichen ersten Platz

Auf Platz eins der Verlierer lag der Chiphersteller Infineon. Das Unternehmen konnte am Mittwoch zwar ein neues Werk in Dresden präsentieren, das die Produktionskosten praktisch halbieren soll. Konzernchef Ulrich Schumacher will sich aber von der nächsten Hauptversammlung eine Kapitalerhöhung genehmigen lassen. Der Beschluss solle nur auf "Vorrat" gefasst werden, da eine Kapitalerhöhung nicht tatsächlich geplant sei, sagt das Unternehmen. Dem trauen die Anleger jedoch nicht wirklich. Sie befürchten, dass neue Aktien auf den Markt kommen und den Kurs verwässern könnten. Mit minus 13 Prozent zeigten die Investoren am Mittwoch Konzernchef Schumacher die Gelbe Karte.

Die HypoVereinsbank verlor 4,2 Prozent. Die zweitgrößte deutsche Bank soll dem Medienunternehmer Leo Kirch Kredite zwischen 7 und 12 Milliarden Euro gewährt haben, wird an der Börse spekuliert. Da Kirchs Unternehmen stark verschuldet sind, befürchten die HypoVereinsbank-Aktionäre jetzt offenbar, dass die Bank ihr Geld nicht mehr wiedersieht. Damit ziehen die Probleme der Kirch-Gruppe weitere Kreise an der Börse. Bisher hatten darunter praktisch nur eine Kirch-Tochtergesellschaft, der börsennotierte Fernsehsender ProSieben, gelitten. Sie verlor am Mittwoch 4 Prozent. Die Aktien der Muttergesellschaft, KirchMedia, werden nicht an der Börse gehandelt.

Kräftig zulegen konnte der deutsch-französische Sportartikelhersteller Adidas-Salomon. Die Aktie verteuerte sich um 4,2 Prozent. Und das ohne kursbeeinflussende Nachrichten. Allerdings wurden nur wenige Aktien gehandelt, so dass die Aussagekraft der Kursgewinne eher gering ist. Generell laufen aber so genannte "defensive" Aktien wie Adidas in Krisenzeiten recht gut.

Rentenmärkte

Deutliche Auswirkungen hatte die Leitzinssenkung der US-Notenbank an den Rentenmärkten. Hier konnten die Kurse der Anleihen deutlich zulegen, da die Investoren mit zusätzlichen Zinssenkungen rechnen. Der Bund-Future gewann 72 Ticks oder 0,7 Prozent auf 109,00 Punkte. Für die Verhältnisse an den Anleihemärkten ist das ein deutliches Plus.

Steigende Wertpapier-Kurse heißt sinkende Renditen. Die Bundesbank stellte die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen dementsprechend niedriger bei 4,55 Prozent fest. Am Vortag hatte sie 4,59 Prozent betragen.

Die Dax-Kurse im Einzelnen, wie immer in Euro und ohne Gewähr:

Adidas-Salomon 80,00 +3,24

Allianz 265,48 - 4,02

BASF 42,10 - 0,89

Bayer 35,85 - 1,03

Bay. HypoVereinsbank 33,86 - 1,49

BMW 38,13 - 0,02

Commerzbank 17,67 - 0,77

DaimlerChrysler 45,11 - 1,29

Degussa 29,99 - 0,31

Deutsche Bank 75,30 - 1,14

Deutsche Post 15,51 - 0,19

Deutsche Telekom 19,72 - 0,26

E.ON 53,10 - 0,35

Epcos 57,90 - 2,45

Fresenius Medical Care 69,91 - 1,95

Henkel 63,94 +0,68

Infineon Technologies 22,65 - 3,45

Linde 46,90 - 0,76

Lufthansa 15,60 - 0,05

MAN 23,00 - 0,62

Metro 39,95 +0,25

MLP 85,10 - 0,36

Münchener Rück 297,50 -1,35

Preussag 28,73 +0,18

RWE 40,30 +0,28

SAP 146,69 - 1,91

Schering 59,60 +0,70

Siemens 70,80 - 1,45

ThyssenKrupp 16,65 +0,17

VW 49,95 - 0,80

Die Devisenkurse auf Basis der EZB-Referenzkurse:

US-Dollar 1,1188 Euro oder 2,1882 DM

Britisches Pfund 1,6111 Euro oder 3,1510 DM

Schweizer Franken 0,6785 Euro oder 1,3270 DM

100 Japanische Yen 0,8881 Euro oder 1,7370 DM

Kanadischer Dollar 0,7140 Euro oder 1,3965 DM

Das erste Gold-Fixing in London: Die Feinunze Gold kostete 273,25

Dollar, 65 Cent mehr als am Dienstag.

  • Datum 12.12.2001
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1Ta8
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