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Wirtschaft

Börse am Abend: Dax sinkt unter 5.000er-Marke

Schlechte Konjunkturdaten aus den USA haben den Dax deutlich absacken lassen. Es wurde der stärkste Rückgang seit 1992 gemessen.

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Nachdem er am Morgen sogar noch im Plus gelegen hatte, drehte der Index der 30 wichtigsten deutschen Werte ins Minus und durchbrach sogar die 5.000er-Marke. Der DAX beendete den Handel mit einem Verlust von 97 Zählern oder 1,9 Prozent bei 4.966 Punkten. Der Index der wichtigsten Werte am Neuen Markt, der Nemax50, verlor 47 Zähler oder 3,8 Prozent auf 1.192 Punkte.

Grund für die Börsen-Baisse waren die überraschend schwachen Einzelhandelsumsätze in den USA. Sie sind im November im Vergleich zum Vormonat um 3,7 Prozent gesunken. Das war der stärkste Rückgang, der jemals gemessen wurde seit 1992 mit dieser Statistik begonnen wurde. Im Durchschnitt hatten die Wall Street-Analysten mit einem Minus von 2,7 Prozent gerechnet.

Bei den Anlegern setzt sich jetzt zunehmend Skepsis durch, ob die Kursgewinne der vergangenen Wochen doch vielleicht etwas verfrüht waren. Angesichts weiter schwacher Wirtschaftsdaten rückt ein Aufschwung in weite Ferne. Das lässt die Kurse nun ziemlich hoch erscheinen. So hat der Dax derzeit ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 20, was historisch gesehen recht hoch ist.

Die Verliererliste des Donnerstags ist lang. Angeführt wird sie von der Lufthansa mit minus 6,4 Prozent. Die deutsche Fluglinie leidet unter einer Ankündigung des irischen Billigfliegers Ryanair, in Deutschland verstärkt Flüge anbieten zu wollen. Dabei möchte Ryanair die Lufthansa-Preise um bis zu 80 Prozent unterbieten. Ob es sich dabei aber tatsächlich um eine Bedrohung für die Lufthansa handelt, ist fraglich, da Ryanair vor allem sehr abgelegene Flughäfen anfliegt.

Ebenfalls deutlich im Minus der Technologiebereich, nachdem der amerikanische Telekomausrüster Lucent mit einem Ergebniseinbruch im laufenden Quartal rechnet. Siemens verlor 3,2 Prozent, das Softwareunternehmen SAP 3 Prozent und der Bauelementhersteller Epcos 2,2 Prozent.

Nur wenige Unternehmen konnten zulegen

Gewinner gab es nur drei. Vor allem das Energieunternehmen Eon konnte 2,5 Prozent zulegen. Eon will in den nächsten drei Jahren fast 30 Milliarden Euro in den Energiesektor investieren. Im Schlepptau von Eon ging auch der Konkurrent RWE 1,1 Prozent nach oben.

Dazu konnte sich der Chiphersteller Infineon mit plus 1,1 Prozent etwas von den drastischen Verlusten von 13 Prozent am Mittwoch erholen.

Die HypoVereinsbank wies am Donnerstag Gerüchte zurück, sie habe dem finanziell angeschlagenen Medienunternehmer Leo Kirch Kredite von bis zu 7 Milliarden Euro gewährt. Der tatsächliche Wert der Kredite läge unter 500 Millionen Euro. Genützt hat es dem Aktienkurs der HypoVereinsbank wenig. Nach dem Verlust am Mittwoch von 4 Prozent, verlor sie am Donnerstag 1,2 Prozent.

Rentenmärkte

An den Rentenmärkten gaben die Wertpapiere einen Teil ihrer kräftigen Gewinne des Vortags wieder ab. Der Bund-Future beendete den Handel bei 108,53 Punkten, 47 Ticks oder 0,4 Prozent im Minus.

Die Bundesbank stellte die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen bei 4,51 Prozent fest. Am Vortag hatte sie 4,55 Prozent betragen.

Die Dax-Kurse im Einzelnen, wie immer in Euro und ohne Gewähr:

Adidas-Salomon 78,11 -1,89

Allianz 258,10 -7,38

BASF 40,90 -1,20

Bayer 35,18 -0,67

Bay. HypoVereinsbank 33,45 -0,41

BMW 37,30 -0,83

Commerzbank 17,27 -0,40

DaimlerChrysler 44,26 -0,85

Degussa 28,84 -1,15

Deutsche Bank 74,20 -1,10

Deutsche Post 15,47 -0,04

Deutsche Telekom 19,18 -0,54

E.ON 54,41 +1,31

Epcos 56,60 -1,30

Fresenius Medical Care 69,90 -0,01

Henkel 61,80 -2,14

Infineon Technologies 22,90 +0,25

Linde 46,45 -0,45

Lufthansa 14,60 -1,00

MAN 21,95 -1,05

Metro 39,25 -0,70

MLP 84,53 -0,57

Münchener Rück 292,11 -5,39

Preussag 28,35 -0,38

RWE 40,76 +0,46

SAP 142,25 -4,44

Schering 59,00 -0,60

Siemens 68,50 -2,30

ThyssenKrupp 16,11 -0,54

VW 48,70 -1,25

Die Devisenkurse auf Basis der EZB-Referenzkurse:

US-Dollar 1,1142 Euro oder 2,1792 DM

Britisches Pfund 1,6106 Euro oder 3,1500 DM

Schweizer Franken 0,6789 Euro oder 1,3278 DM

100 Japanische Yen 0,8827 Euro oder 1,7264 DM

Kanadischer Dollar 0,7109 Euro oder 1,3905 DM

Das erste Gold-Fixing in London: Die Feinunze kostete 273,95 Dollar,

ein Plus von 70 Cent.

  • Datum 13.12.2001
  • Autorin/Autor Johannes Beck
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1UOY
  • Datum 13.12.2001
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