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Politik & Gesellschaft

Böller für Millionen

Der Countdown läuft. Auch wenn der Wetterbericht nicht gerade verheißungsvoll klingt, so lassen die meisten Deutschen den Jahreswechsel nicht ins Wasser fallen.

Am lautesten und schrillsten geht es in Berlin zu, wo die größte Silvesterparty am Brandenburger Tor stattfindet. Hunderttausende Menschen feiern im Zentrum der Hauptstadt. Auf der zwei Kilometer langen Partymeile an der Straße des 17. Juni stimmen sich Touristen und Einheimische an 100 Ständen mit Getränken und Snacks auf die große Show ein, bei der am Abend Musiker wie die Scorpions, Kim Wilde, Johnny Logan und Udo Jürgens mitwirken. Um Mitternacht können die Fanmeilenbesucher das neue Jahr mit einem zwölf Minuten dauernden Feuerwerk begrüßen und dann weiter feiern. Eine Sperrstunde gibt es nicht.

Aufbauarbeiten für die Open-Air-Silvesterparty in Berlin (Foto: dpa)

Vor der Silvesterparty in Berlin

Neue Feuerwerkskörper werden am Himmel strahlen. Nach Umsetzung einer EU-Richtlinie dürfen die Batterien bis zu 500 Gramm Sprengmasse erhalten, in Sonderfällen sogar 600 Gramm. Bisher lag die Obergrenze bei 200 Gramm. Die Raketen und Batterien sind durch die größere Menge Schwarzpulver stabiler. Die Feuerwerker müssen nicht mehr so häufig der Gefahr aussetzen, die Lunte zu zünden.

Das Umweltbundesamt (UBA) warnt allerdings vor den gesundheitsschädlichen Folgen der Knallerei. Durch Abbrennen der Feuerwerkskörper steige die Belastung durch Schadstoffe in der Luft explosionsartig an, was zu einer Beeinträchtigung der Atmung führen könne. In Großstädten wurden zeitweise Werte von über 1.000 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft gemessen. Der EU-weit festgelegte Grenzwert von durchschnittlich 50 Mikrogramm Feinstaub werde an Silvester deutlich überschritten.

Das Umweltbundesamt appelliert daher an die Bürger, das persönliche Feuerwerk in der Silvesternacht einzuschränken oder ganz darauf zu verzichten, um einen Beitrag zur Verminderung der Feinstaubbelastung zu leisten. Ein Appell, der wohl am Himmel verpuffen wird. Denn an Silvester geben die Deutschen für Böller über 100 Millionen Euro aus.

Möwen sitzen auf einem Geländer im Wind (Foto: dpa)

Möwen können sich nicht die Ohren zuhalten

Der richtige Umgang mit Tieren und historischen Stätten

Wenn es richtig knallt freuen sich viele Menschen, die Tiere jedoch werden durch die Explosionen in Angst und Schrecken versetzt. Der Tierschutz rät zu Licht- und Lärmschutz. Wer es, wie die Tiere, lieber ruhig mag, sollte sich in eine der niedersächsischen Altstädte begeben, in denen ein striktes Böllerverbot gilt. Zum Schutz der historischen Gebäude haben die Kommunen in Hameln, Hildesheim, Goslar, Celle, Northeim und Bad Gandersheim ein strenges Verbot für Raketen, Knaller und alle anderen Sorten Feuerwerk erlassen.

Grund sind zahlreiche Feuer in den vergangenen Jahren. In Goslar entstand vor fünf Jahren ein Millionenschaden, da durch Raketen drei Fachwerkgebäude in der Altstadt in Brand gesetzt worden waren.

Das alte Jahr abhaken und ein Gutes Neues wünschen

Egal, wo sie feiern, viele Deutsche werden das abgelaufene Jahr in Gedanken und bei Gesprächsrunden Revue passieren lassen. 2011 ist das Vertrauen in die Politik nicht gerade gewachsen, die Furcht vor einer unsicheren finanziellen Zukunft aber stieg. Sie werden sich daran erinnern, dass sie für Benzin mehr als jemals zuvor bezahlen mussten. Auch die Heizölpreise stiegen um ein Viertel im Vergleich zu 2010. Die Rohölpreise waren nie höher waren als im abgelaufenen Jahr. Da mögen sich die einen über die milden Temperaturen freuen, weil sie die Heizkörper auf Sparflamme schalten und Energie sparen können und die anderen werden sich frostigere Tage wünschen, weil sie ihren Urlaub zum Jahreswechsel in einem Wintersportort verbringen.

Böller (Foto: dpa)

Warten auf den großen Knall

Meterorologen sagen für weite Teile Deutschlands einen sehr milden Start des Jahres 2012 voraus. Die Anwohner des Niederrheins werden bei bis zu zehn Grad das neue Jahr ohne Mütze und Schal begrüßen können. Gummistiefel können auch nicht schaden. Niederschläge könnte so manchen Kracher buchstäblich ins Wasser fallen und die Feierfreudigen beim Anstoßen im Regen stehen lassen.

Wer übrigens noch keine Pläne für den Silvesterabend hat kann sich im Internet auf der Seite www.silvesterparty.in Anregegungen holen.

Autorin: Karin Jäger (dpa, kna)
Redaktion: Dirk Kaufmann

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