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Bäumchen schmücke dich!

Was haben der Maibaum und die Sandbirke gemeinsam? Beide sind Birken. Der eine ist jedes Jahr Baum des Monats, der andere hat es einmal zum Baum des Jahres geschafft.

Über zwei Punkte streiten sich deutsche Nachbarn am meisten: kleine Kinder – denn die machen Lärm und große Bäume – denn die werfen Schatten und machen Schmutz. Nur im Mai kommen die Nachbarn in manchen Gegenden Deutschlands durch Bäume näher.

Geschmücktes Gerippe

Dünn und hochgewachsen ist er, geschmückt mit leuchtenden Bändern und Fahnen und in mancherorts behängt mit salzigen Brezeln und deftigen Würsten. Der Maibaum erfreut besonders im Rheinland die Herzen der Frauen.

Ein Haus mit einem Garten und großen Bäumen

Bäume können schon mal für Streit unter Nachbarn sorgen

Seit vielen Jahrhunderten schon ist es in Deut­schland Brauch, der Allerliebsten in der Nacht zum 1. Mai eine geschmückte Birke vor die Tür zu stellen. Nicht immer gelingt dies, denn – auch das ist alter Brauch – manchmal wird er kurzerhand von männlichen Konkurrenten gestohlen. Mit bisweilen fatalen Auswirkungen.

Maibaum-Stehlen: ein Volksrecht

Früher prügelten sich die jungen Männer mit viel Gebrüll, heute ziehen sie manchmal vor Gericht. So geschehen in Bayern, wo zwei Männer einen Maibaum entwendet hatten. Doch Justitia entschied zugunsten der Burschen: Ein derartiges Maibaum-Stehlen – wer hätte es nicht schon längst gewusst – ist ein Volksrecht.

Auch den deutschen Umweltschützern blieb da nur eins: Einen Tag einzuführen, an dem gepflanzt statt gestohlen wird. Der "Tag des Baumes" ist zwar längst nicht so alt wie der Maibaum-Brauch, aber immerhin schon eine Idee des vorletzten Jahr­hunderts.

Tag des Baumes

Bundespräsident Heuss pflanzt im Bonner Hofgarten zum 1. Tag des Baumes einen Baum ein.

Bundespräsident Heuss beim Spatenstich am ersten Tag des Baumes am 25. April 1952

Im Jahr 1872 setzte ein amerikanischer Journalist bei seiner Regierung in Nebraska durch, jährlich den "Tag des Baumes" zu begehen. Er machte sich gleich daran, mit etlichen Bürgern und Farmern eine Million Bäume zu pflanzen.

In die Bundesrepublik kam dieser Brauch zwar erst achtzig Jahre später, dafür aber wurde er vom ersten Bundespräsidenten höchstpersönlich eingeführt. Am 25. April 1952 pflanzte Theodor Heuss auf dem Bonner Hofgarten einen Ahornbaum.

Luthers Anti-Weltuntergangs-Motto

Seitdem wird in Deutschland jedes Jahr der "Tag des Baumes" begangen. Getreu dem Motto Martin Luthers: Wenn morgen die Welt unterginge, ich würde heute noch ein Bäum­chen pflanzen. Dem Kirchenmann war damals wohl nicht klar, was sich heute abzeichnet: Irgend­wann könnte die Welt tatsächlich untergehen, weil es nicht mehr genug Pflanzen gibt.

Ein Mann mit Glatze.

Vielleicht hilft ja Birkensaft!!

Vor allem die Luftverschmutzung hat die Wälder kaputt gemacht. Zahl­reiche Baumarten sind mittlerweile vom Aussterben bedroht. Dauersorgenkinder bleiben die Eiche und die Buche. Dabei spielt das Alter der Bäume auch eine große Rolle für das gesamte Öko­system. Eine hundert Jahre alte Eiche etwa produziert Tag für Tag den Sauerstoff­bedarf von 64 Menschen.

Sichtschutz zum Feind

Ganz zu schweigen von noch älteren Pflanzen. Der nachweislich älteste Baum der Welt stand in Kalifornien und konnte auf stolze 4900 Jahre zurückblicken. 1963 wurde er trotz vieler Bürgerproteste gefällt.

Ob auch er ein Zankapfel der Nachbarn war? Schattig wird es in seiner Umge­bung sicher gewesen sein. Doch, wie heißt es so schön in einem Urteil des Frank­furter Landgerichts, große Bäume seien nicht nur gesund für den Menschen. Sie dienten auch als Sichtschutz zum Nachbarn. Deshalb dürfte es unklug sein, einen Baum zu fällen, der einem den Anblick des Feindes erspart.

Birkenkätzchen hängen an einer Birke

Noch sind die Birkensamen nicht ausgeflogen

Baum des Monats

Und die Birken? Im Jahre 2000 wurde die Sandbirke zum "Baum des Jahres" in Deutschland auserkoren. Schon der deutsche Dichter Wilhelm Busch hatte ihre Vielseitigkeit gepriesen: Für Schuhe oder Tabakdosen sei sie gut, als Anti-Glatzenmittel genauso wie als Rute.

Birken gelten als unverwüstlich. Sie braucht man nicht extra anzupflanzen. Sie gehören zu den Pionieren unter den Bäumen. Millionenfach segeln ihre Samen im Frühjahr durch die Lüfte, lassen sich nieder, wo sie sich wohl fühlen – und keimen.

Tod und Leben

Bis sie den Birkentod sterben – im Mai. Als Maibaum vor dem Haus der Angebeteten. Wird dieser jedoch mit einem Band für einen Bund auf's Leben geschmückt, dann hat die Birke letztendlich ja doch ihren Zweck erfüllt.

Fragen zum Text

Der Tag des Baumes findet in Deutschland jedes Jahr statt am …

1. 15. Mai

2. 25. April

3. 10. März

Bäume produzieren …

1. Stickstoff

2. Kohlenstoffdioxid

3. Sauerstoff

Birkensaft soll gut sein …

1. als Klebstoff.

2. für den Haarwuchs.

3. als Färbemittel.

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Viele Staaten haben mit Erosion zu kämpfen, weil Wälder abgeholzt werden. Suchen Sie sich ein Land, das mit entsprechenden Aufforstungsprogrammen erfolgreich dagegen vorgeht. Stellen Sie in einem Referat dieses Land und seinen Kampf gegen die Bodenerosion vor.

Autorin: Sabine Damaschke

Redaktion: Beatrice Warken

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