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Afrika

Aynte: "Er muss das Land stabilisieren"

Der neue somalische Präsident Hassan Cheikh Mohamoud ernennt den Geschäftsmann Abdi Farah Shirdon zum Ministerpräsidenten. Eine gute Wahl? Abdihakim Aynte vom somalischen Zentrum für Fortschritt im DW-Interview.

DW: Einige staatliche und diplomatische Quellen sagen, die Ernennung des neuen Premierministers Abdi Farah Shirdon sei eine der bedeutendsten Entscheidungen der letzten 20 Jahre. Warum ist diese Entscheidung so bedeutend?

Abdihakim Aynte: Der Premierminister ist in Somalia die zweitwichtigste Person nach dem Präsidenten. Präsident Hassan Cheikh Mohammed hat über 28 Tage lang darüber nachgedacht, und schließlich hat er sich für eine Person entschieden. Der Premier ist derjenige, der sich um die sozialen Themen innerhalb der Regierung kümmern wird.

Der neue Premierminister ist ein Geschäftsmann, der bis jetzt in Kenia arbeitete. Macht ihn seine Erfahrung als Geschäftsmann zu einem guten Premierminister?

Der neue Premierminister hat die letzten 20 Jahren in Kenia verbracht und hat auf verschiedenen Ebenen als Geschäftsmann gearbeitet. Er war Unternehmer und hat private Unternehmen geleitet. Aber ich weiß nicht, ob seine Nominierung andere Länder beeindrucken oder beeinflussen wird - Länder wie Kenia zum Beispiel.

Wird seine Vergangenheit als Geschäftsmann ihm dabei helfen, die Korruption in Somalia zu bekämpfen?

Wirtschaft und ökonomische Kenntnisse sind eine Hauptherausforderung für Somalia. Ich denke aber, dass die wichtigste Herausforderung des Landes die Sicherheitsfrage ist. Also erst die Sicherheit, dann die Wirtschaft. Wenn er das Land erfolgreich stabilisiert hat, kann er die wirtschaftlichen Themen angehen.

Ist er denn die richtige Person für die Sicherheitsproblematik des Landes?

Es kommt darauf an, wen man fragt. Es gibt auch Leute, die ihn für inkompetent halten und denken, dass er nicht in der Lage sein wird, Somalias Krisen zu bewältigen. Aber der Präsident hat sich für ihn entschieden und wir müssen schauen, wie er regieren wird. Es ist schwierig, eine Vorhersage zu treffen. Beide, also er und der Präsident sind neu auf dem politischen Parkett. Keiner hat vorher für die Regierung gearbeitet. Wir müssen ihnen die Möglichkeit einräumen, sich einzuarbeiten, um das Land zu regieren.

Unabhängig von politischen Problemen Somalias, wie die Wirtschaft, Korruption usw. Was denken Sie, sind weitere politische Herausforderungen, die der neue Premierminister meistern muss?

Er hat viele Herausforderungen zu meistern. An erster Stelle wäre da die Sicherheit. Er muss sich eine Strategie überlegen, wie er das ganze Land stabilisieren kann. Er muss den Kampf gegen Al-Shabaab weiterführen und er muss die anderen Regionen versöhnen. Er muss sie alle an einen Tisch bringen. Und dann ist da noch die Schwäche der Armee. Er muss auch die Armee versöhnen, sie zusammenbringen und eine starke, professionelle somalische Armee aufbauen. Die Korruption ist auch eine Herausforderung, genauso wie die Intervention durch Nachbarländer. Er muss mit viel Aufmerksamkeit und Kompetenz diese Herausforderungen meistern.

Abdihakim Aynte ist Direktor des somalischen Forums für Fortschritt (Somali Forum for Progress) in Kenia. Er ist politischer Berater mit Schwerpunkt Horn von Afrika.