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Politik

Ayman el-Zawahiri, der "Leutnant" Bin Ladens

Er ist die Nummer zwei auf der FBI-Liste der meistgesuchten Terroristen. Ein Mann mit vielen Namen: Von einigen lässt er sich "The Doctor" oder "The Teacher" rufen, oder auch Nur ed-Din, "Licht des Glaubens".

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Ayman el-Zawahiri (r) in einer Videobotschaft an al-Dschasira. Links Osama bin Laden

Ayman el-Zawahiri blickt auf eine lange Terroristen-Karriere zurück und gilt als treuer Vasall von Osama bin Laden, ist dessen "Leutnant". Zawahiri wurde 1951 in Kairo geboren, und stammt wie bin Laden aus einer akademischen Mittelschichtfamilie. Um die Zeit des Sechs-Tage-Kriegs von 1967 trat Zawahiri, damals knapp 17 Jahre alt, der Muslimbrüderschaft, dem Ikhwan el-Muslimin, bei. 1979 schloss er sich dann der wesentlich radikaleren Organisation "Islamischer Dschihad" an und wurde einer der Anführer und Chef-Rekrutierer der Gruppe. Erstmals direkt mit einer terroristischen Aktion in Verbindung gebracht wurde er nach dem Anschlag auf den ägyptischen Präsidenten Anwar el-Sadat, als Zawahiri mit hunderten anderen zusammen als möglicher Urheber des Attentats festgenommen wurde. Eine direkte Beteiligung an der Ermordung des Politikers konnte ihm damals allerdings nicht nachgewiesen werden.

Der erste Kontakt

Zawahiri verließ nach seiner Freilassung Ägypten und machte sich mit anderen Dschihadisten auf den Weg nach Afghanistan. In dem von Osama bin Laden geleiteten Mujahedin-Camp Maktab el-Khidamat lernte er den Terrorchef kennen und beide kämpften Seite an Seite gegen die sowjetischen Besatzer.

1990 kehrte Zawahiri in seine Heimat Ägypten zurück und versuchte, den "islamischen Dschihad" weiter zu radikalisieren. Er konnte sich dabei gegen den liberaleren Flügel der Organisation durchsetzen. Blutige Anschläge, die in den folgenden Jahren Ägypten überzogen, waren die Folge. Der folgenschwerste war ein Anschlag auf Touristen in Luxor im Jahr 1997, bei dem 62 Menschen starben. Diesmal konnte Zawahiri als Hintermann des Attentats ausgemacht werden. 1999 wurde er in Ägypten in Abwesenheit zum Tode verurteilt.

Der Terror-Reisende

In den 1990er Jahren war Zawahiri aber nicht nur in Ägypten aktiv. Offenbar nutzte er zu dieser Zeit schon das noch junge Netzwerk der el-Kaida und reiste 1996 nach Russland, wo er im umkämpften Tschetschenien Anhänger für seinen Dschihad gewinnen wollte. Dort wurde er aufgegriffen und sechs Monate lang von russischen Sicherheitskräften festgehalten. Die berichteten über die Ergreifung des Terroristen: "Er hatte vier Pässe mit vier verschiedenen Namen. Wir fragten in allen möglichen Ländern an, woher er denn stamme, aber niemand konnte uns eine Auskunft geben. Und weil wir ihn schließlich nicht einfach so für immer festhalten konnten, haben wir ihn halt irgendwann an der Grenze zu Aserbaidschan laufen lassen."

Gemeinsame Deklaration

1998 rief Zawahiri gemeinsam mit Osama bin Laden zum Kampf der Muslime gegen Juden und Kreuzritter auf, gemeinsam sollen sie hinter den Anschlägen vom 11. September stecken. Seit der US-Invasion in Afghanistan tappen die Sicherheits- und Geheimdienste im Dunkeln, was den Aufenthaltsort Zawahiris angeht. Auf Videobotschaften war er immer wieder an der Seit bin Ladens zu sehen.

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