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Australiens Uluru

Ayers Rock wird für Touristen gesperrt

Der rote Fels ist ein Wahrzeichen Australiens, und – viel wichtiger noch! – ein heiliger Ort für die Ureinwohner des Kontinents. Deshalb sollen auf den Uluru oder Ayers Rock künftig keine Touristen mehr klettern dürfen.

"Das ist für uns heiliges Gelände. Kein Spielplatz und auch kein Themenpark wie Disneyland", sagt Sammy Wilson vom Nationalpark Uluru-Kata Tjuta im Herzen des australischen Kontinents. Wilson ist in zweierlei Hinsicht für den weltberühmten Sandsteinmonolithen Uluru oder Ayers Rock mitverantwortlich: als Chef der Parkbehörde und als Anangu, als Angehöriger eines Aborigine-Volkes, das seit mindestens 30.000 Jahren in der Nähe lebt. Die Ureinwohner fordern schon seit langem, ihr Heiligtum für Touristen zu sperren. Nun hat die Parkbehörde einstimmig beschlossen, vom übernächsten Jahr an alle Klettertouren zu verbieten.

Der Uluru - ein Felsblock, der in den verschiedensten Rot- und Brauntönen leuchtet - ragt mitten in der Wüste knapp 350 Meter in die Höhe. Er gehört zu Australiens bekanntesten Sehenswürdigkeiten und zum UNESCO-Welterbe. Mehr als 250.000 Touristen nehmen jedes Jahr lange Reisen auf sich, um in das abgelegene Gebiet zu kommen. Mehr als 30.000 Besucher klettern dann auch tatsächlich nach oben. Der Aufstieg ist anstrengend und auch gefährlich. Auf der anderthalb Kilometer langen Strecke kamen schon mindestens 36 Menschen ums Leben, viele davon nach einem Herzinfarkt. Bei Regen oder großer Hitze ist der Aufstieg bereits heute verboten. Zudem wurde bisher an alle Besucher appelliert, auf die Gefühle der Aborigines Rücksicht zu nehmen. Damit ist es künftig nicht mehr getan.

"Wenn ich auf eine heilige Stätte treffe, klettere ich ja auch nicht darauf herum"

"Wir wollen nicht den Tourismus stoppen", sagte Wilson nach der Entscheidung seiner Behörde. Besucher seien weiterhin willkommen, doch "wenn ich in einem anderen Land auf eine heilige Stätte treffe, klettere ich ja auch nicht darauf herum". Das Kletterverbot tritt am 26. Oktober 2019 in Kraft, genau 34 Jahre nachdem der Uluru an seine traditionellen Besitzer zurückgegeben wurde.

Der Name Uluru wurde bis in die 90er Jahre fast ausschließlich von Aborigines verwendet. Inzwischen hat er sich international durchgesetzt. Zuvor war in und außerhalb Australiens die englische Bezeichnung Ayers Rock üblich. Der Name geht auf einen ehemaligen Premierminister Südaustraliens zurück, Henry Ayers.

rb/jj (dpa, kna, rtr)

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