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Kultur

Avantgarde ohne Auftrag

Berlin wird seinem Ruf als "Tor zum Osten" gerecht und präsentiert eine Momentaufnahme der "wilden" Kunst in Russland, die seit der Jahrtausendwende einen radikalen Weg eingeschlagen hat.

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Bulnygins ironischer Blick auf die Welt nach dem 11. September

Es ist fast ein Markenzeichen: die Kunstavantgarde in Russland. Symbolismus, Konstruktivismus, Suprematismus, Proletkult ... schon immer schaute der Westen mit hohem Interesse gen Osten und war erstaunt ob der dortigen kreativen Energie.

Nun scheint es wieder soweit zu sein. Die Generation "P wie Pepsi" tritt ans Licht der Kunstöffentlichkeit. Es ist die Generation, die zum ersten Mal ohne Zensur und staatliche Gängelung aufgewachsen ist und befreit ist von der erzwungenen Orientierung an den ordnenden Parametern Linientreue und Underground.

Ausstellungsmacherin Christiane Bauermeister beschreibt die Generation als neue Vertreter explizit russischer Kunst: "Sie wissen, was im Westen läuft. Sie kümmern sich jetzt wieder um sich selbst." Die Ausstellung hat diese Situation berücksichtigt. Russische Kuratoren aus verschiedenen Städten haben Künstler aus ihrer Heimat für das Projekt ausgewählt. Sie kommen zum Beispiel aus Nowosibirsk im tiefsten Sibirien, Jekaterienburg im Ural, Nischni Nowgorod an der Wolga – und natürlich aus St. Petersburg und Moskau.

Anna Matwejewa (siehe Linksammlung unten) beschreibt die aktuelle Kunst in Russland als chaotisch und über das weite Land verstreut. Chaotisch, weil alles was in den 90ern noch einer Bewegung zugeordnet werden konnte, inzwischen in individuelle Gesten auseinandergefallen ist. Es gab den Neoakademismus in St. Petersburg und den Moskauer Aktionismus – und jetzt? Das Hinterland wird aktiv, dort wo man früher nur kitschige Landschaftsmalerei und Stilleben mit Blumen vermutete.

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