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Pressefreiheit

Autokorso für Deniz Yücel zum Geburtstag

Seinen 44. Geburtstag begeht der deutsch-türkische Korrespondent Deniz Yücel in der Türkei in Haft. Seine Unterstützer fordern die Bundesregierung mit einer Solidaritätsaktion einmal mehr zum Handeln auf.

Rund 800 Menschen und über 160 Fahrzeuge, so der Freundeskreis #FreeDeniz, haben an dem Auto- und Fahrradkorso quer durch Berlin zum Bundeskanzleramt teilgenommen. Bei der anschließenden Abschlusskundgebung bedankte sich Deniz Yücels Schwester Ilkay bei den Demonstranten für ihr Engagement und sagte, sie hoffe, es werde der letzte Geburtstag sein, den ihr Bruder im Gefängnis verbringen müsse.

Mit-Initiatorin Doris Akrap verlangte, die Bundesregierung müsse gegenüber Ankara endlich handeln, statt "nur zu drohen und zu reden". Deutschen Rüstungsunternehmen müssten Geschäfte mit der Türkei verboten werden und die Regierung dürfe keine weiteren Exportbürgschaften für deutsche Investitionen in der Türkei leisten. Die Bundesregierung solle ein Veto beim Thema Zollunion einlegen.

Deniz Yücel, Korrespondent der Tageszeitung "Die Welt", ist seit über 200 Tagen im Gefängnis. Die türkische Regierung wirft ihm vor, Terroristen zu unterstützen. Auch die deutsche Journalistin Mesale Tolu und der Menschenrechtler Peter Steudtner sitzen - wie weitere Deutsche - aus politischen Gründen in Haft.

Berlin Demonstration für Deniz Yücel Mesale Tolu (picture-alliance/dpa/P,. Zinken)

Auch zur Solidarität mit Mesale Tolu riefen die Demonstranten auf

Deutsche Unternehmen sollten Konsequenzen aus der Menschenrechtslage in der Türkei ziehen - das forderte Christian Zeiske, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Prenzlauer Berg-Nord, zu der der inhaftierte Peter Steudtner gehört: "Geld ist das eine, Anstand das andere."

In der Türkei seien zur Zeit mehr als 160 Journalisten in Haft, stellte der Vorstandssprecher der Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen fest, Michael Rediske. Das seien mehr als in China - eine massive Verschlechterung der Pressefreiheit in der Türkei.

"Die Welt" veröffentlichte mehrere Geburtstagsgrüße für Yücel, unter anderem von Politikern und Journalisten. Außenminister Sigmar Gabriel versprach: "Wir werden nicht ruhen, bis Sie freigelassen werden." Kanzleramtschef Peter Altmaier schrieb: "Wir kämpfen mit Ihnen für einen schnellen, fairen Prozess, für Ihre baldige Freiheit. Wir nennen das Unrecht, das Ihnen geschieht, beim Namen."

hin/uh (dpa, afp, epd)

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