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Ostmitteleuropa

Autodiebe in Polen werden immer dreister

- Jetzt wird auf Fahrer von Luxuswagen sogar geschossen

Warschau, 25.6.2003, ZYCIE WARSZAWY, poln.

Die Autodiebe werden immer brutaler. Wenn die "traditionellen" Methoden für den Autodiebstahl (...) versagen, verlassen die Diebe auch die letzten Skrupel. Die Verbrecher schießen nämlich auf die Besitzer von Luxuswagen.

Die polnischen Verkehrswege erinnern immer mehr an den Wilden Westen. Das Auto von Maciej Zemkowski, ein Toyota Land Cruiser, wurde in der Nacht vom 6.6.2003 von einem anderen Auto, das auf der Parallelspur fuhr, einfach beschossen. Der Fahrer wurde zum Glück nicht verletzt, aber an der Hinterscheibe des Wagens sieht man noch die Spuren der Kugeln.

Einige Stunden früher wurde das Auto von Anna Mikolajewska, ein Audi A4, in Höhe des Ortes Nadarzyn (in der Nähe von Warschau – MD) beschossen. Die Kugeln trafen die Fahrertür. Die Besitzerin fuhr gleich danach zu der Kommandantur der Polizei in Grodzisk Mazowiecki und zeigte das Verbrechen an. Es wurden jedoch keine Ermittlungen aufgenommen, da sie Angaben zur Person nicht machen wollte. Auf unsere Frage, warum sie so gehandelt hatte, antwortete sie, dass sie Angst vor den Verbrechern habe.

Das gefährliche Dreieck befindet sich in der Nähe von Warschau zwischen den Verkehrstraßen nach Katowice (Kattowitz), Kielce und Krakow (Krakau). Dort finden nach unseren Ermittlungen die meisten Überfälle mit Schusswaffen statt.

"Der Autodiebstahl, bei dem Sachen benutzt wurden, die an Waffen erinnern, begann Anfang diesen Jahres. Seit Januar wurden 14 solche Überfälle angezeigt", sagt Slawomir Piekut, Leiter der Abteilung für Autodiebstahl bei der Kommandantur der Polizei in Warschau. Vor einer Woche wurden vier Autodiebe verhaftet, die sehr wahrscheinlich mit der Gruppe zusammenarbeiten, die auf der Schnellstraße nach Kattowitz aktiv ist. Die Verhafteten stahlen jährlich etwa 200 Wagen in Warschau und Umgebung.

Die Methode mit den Schusswaffen wird jedoch immer öfter angewandt. Vor kurzem (...) wurde der Wagen der Abgeordneten Barbara Bilda beschossen, die nach Warschau zurückkehrte. Die Verbrecher nahmen ihr ihren Wagen der Marke Toyota Land Cruiser und etwa 250 000 Zloty (etwa 62 500 Euro) weg.

Die Polizei behauptet zwar, dass die Schüsse eine ganz neue Masche der Verbrecher sind. Wir trafen jedoch Personen, die bestätigen, dass diese Methode schon länger angewandt wird. (...).

"Die Polizei verfügt über Informationen über die "Scharfschützen auf den Straßen" erst seit kurzem. Ende Mai und Anfang Juni bekamen wir die Information, dass es auf der Straße nach Kattowitz eine Autogang gibt, die bei Überfällen Schusswaffen benutzt. Das Schema ist immer ähnlich. Man fährt hinter dem Besitzer eines Luxuswagens her. Plötzlich gibt es ein Geräusch, das einem Schuss ähnlich ist. Wenn der Fahrer anhält, wird ihm das Auto geraubt", sagt Slawomir Piekut und versichert, dass zu den Prioritätsaufgaben seiner Abteilung die Verhaftung dieser Verbrecher gehört. Bisher sind jedoch keine Erfolge zu verzeichnen: "Die Verbrecher agieren in der Nacht, und darüber hinaus gibt es Schwierigkeiten, eine Beschreibung der Personen zu fertigen. Ferner benutzt die Gang immer andere Autos. Wir führen unsere Ermittlungen und haben eine Taktik, aber ich kann über die Details nicht sprechen", erklärt Kommissar Piekut.

Die Abteilung zur Bekämpfung der Autodiebstähle in Warschau verhaftete vor kurzem die Mitglieder einer Gang, die an der Straße nach Kattowitz agierte und die als "die Pawlak-Gang" bezeichnet wurde. Auf der Anklagebank sitzen fast 40 Verbrecher. (...) (Sta)

  • Datum 27.06.2003
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  • Permalink http://p.dw.com/p/3mxr
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