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Politik

Autobombe reißt spanische Touristen in den Tod

Ein Selbstmordattentäter hat nahe einer archäologischen Stätte im Jemen am Montag mindestens sieben spanische Touristen und zwei Einheimische mit in den Tod gerissen. Die Behörden vermuten El Kaida hinter dem Anschlag.

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Sieben weitere Spanier und zwei Jemeniten wurden verletzt, als sich der Attentäter mit seinem Fahrzeug nahe dem Mondtempel von Marib in die Luft sprengte, bestätigen Behördenvertreter vor Ort sowie das Außenministerium in Madrid am Montagabend (2.7.).

Die Explosion ereignete sich nach Augenzeugenberichten gegen 18.00 Uhr Ortszeit (17.00 Uhr MESZ). Die Touristengruppe hatte gerade die Besichtigung bekannter historischer Stätten in Marib abgeschlossen und sammelte sich an ihren Wagen, als der Sprengsatz hochging.

Hintergründe noch unklar

Die Behörden in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa gingen davon aus, dass das Terrornetzwerk El Kaida hinter dem Anschlag steckt. Zuletzt habe es Drohungen gegeben, nachdem ein mutmaßlicher El-Kaida-Terrorist verhaftet worden war.

Der Mondtempel zählt zu den Hauptsehenswürdigkeiten von Marib, der ehemaligen Hauptstadt des antiken Reichs der Königin von Saba, 190 Kilometer nordöstlich von Sanaa. Der Jemen ist zwar kein Ziel für den Massentourismus, ist aber wegen seiner pittoresken arabischen Städte und Wüstenlandschaften bei Reisenden beliebt, die Erlebnisse abseits der ausgetretenen Pfade suchen.

Entführungen häufig

Der Jemen gilt als Rückzugsort islamistischer Gewalttäter. Die Regierung ging aber nach den Anschlägen vom 11. September 2001 mit US-Unterstützung gegen El-Kaida-Extremisten vor. In dem Land, aus dem die Familie von Extremistenchef Osama bin Laden stammt, waren im Jahr 2000 bei einem Anschlag auf das US-Kriegsschiff "Cole" 17 Soldaten getötet worden. Auch zu einem Anschlag auf den französischen Tanker "Limburg" vor der jemenitischen Küste 2002 hatte sich El Kaida bekannt.

In die internationalen Schlagzeilen ist der Jemen auch wiederholt mit Entführungen von Ausländern gekommen. Hintergrund waren in den meisten Fällen Streitigkeiten zwischen Stämmen und der Zentralregierung in Sanaa. Fast alle Geiseln kamen unversehrt wieder frei, darunter auch Ende 2005 der Ex-Staatssekretär im Außenministerium, Jürgen Chrobog, und seine Familie. (stl)

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