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Wirtschaft

Autobauer warten auf Washington

Die US-Autobauer müssen weiter auf staatliche Hilfe warten. Verhandlungen darüber stecken im Kongress fest. Mit dem Rücken zur Wand sucht General Motors nun in Fernost die Flucht nach vorn.

Kombo Chysler, Ford, GM-Logo , im Hintergrund US-Flagge (Quelle: AP/DW)

Probleme auf vier Rädern: die drei größten US-Autohersteller

Die kriselnde US-Autoindustrie kann wegen politischer Streitigkeiten in Washington nicht auf schnelle staatliche Finanzhilfen hoffen. Wie der TV-Sender CNN am Mittwochabend (Ortszeit) berichtete, sagten die Demokraten im Senat eine für diesen Donnerstag (20.11.2008) geplante Probeabstimmung über ein Hilfspaket in Höhe von 25 Milliarden Dollar ab. Es gebe keine Mehrheit für den Antrag, hieß es zur Begründung.

Politiker kritisieren Industrie-Missmanagement

Zwei Männer hinter Mikrofonpult (Quelle: AP)

Der Vorsitzende des Bankenausschusses, Chris Dodd (rechts), sieht kaum Aussichten auf eine Lösung

"Ich würde nicht sagen, dass es vorbei ist. Ich führe noch Gespräche. Aber es sieht nicht gut aus", sagte der republikanische Senator Robert Bennett. Der Vorsitzende des Bankenausschusses des Senats, Christopher Dodd, sagte, die Chancen auf eine Kompromisslösung seien gering. Dennoch gebe es im Kongress bereits Gespräche über einen Kompromiss zwischen Demokraten und Republikanern. Von den Hilfen könnte auch der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) profitieren.

Die Chefs der drei großen US-Autobauer hatten zuvor bei Anhörungen im Kongress vor einem Kollaps der Autoindustrie gewarnt. Das 25-Milliarden-Darlehn sei notwendig, damit die Industrie die Liquiditätskrise überlebe, hieß es. Allerdings reagierten Republikaner wie Demokraten mit Skepsis. Viele Politiker machten jahrelanges Missmanagement in der Autoindustrie für die Krise verantwortlich.

Demokraten wollen Banken-Hilfe anzapfen

GM-Logo neben Schriftzug Plant Closings

GM sagt, bis zum Ende des Jahres könnte das Geld ausgehen

Nach Vorstellungen der Demokraten sollen die 25 Milliarden Dollar für die Autoindustrie aus dem 700-Milliarden-Dollar-Paket zur Stabilisierung der Finanzmärkte abgezweigt werden, das der Kongress im Oktober verabschiedet hatte. Viele Republikaner und die Regierung von Präsident George W. Bush lehnen eine solche Lösung aber ab. Das Geld aus dem Fonds sei nicht für einzelne Industriebranchen vorgesehen.

Auch der gewählte US-Präsident Barack Obama hatte für rasche Staatshilfen an die Autobauer plädiert. Es dürfe aber keinen Blankoscheck geben. Da am Freitag die letzte Sitzungswoche bis zur neuen Legislaturperiode unter dem designierten Präsidenten Obama endet, drängt die Zeit. Sollte sich der Kongress jetzt nicht einigen, liegt die Entscheidung in der Übergangszeit beim republikanischen Amtsinhaber George W. Bush, der bekräftigte, kein frisches Steuergeld freizumachen.

Modelloffensive in China

Opel-Logo hinter Uhr (Quelle: AP)

Die Krise des Mutterunternehmens GM bereitet auch Opel Probleme

General Motors stemmt sich unter anderem mit einer Modell-Offensive in China gegen den Bankrott. GM stellt zusammen mit seinen chinesischen Partner-Unternehmen auf der Guangzhou International Auto Show in dieser Woche nicht weniger als 24 neue Modelle vor, wie die staatliche chinesische Zeitung "China Daily" am Donnerstag berichtete. General Motors hat von Juli bis September weltweit 11,4 Prozent weniger Autos verkauft. In China stieg der Absatz dagegen in den ersten neun Monaten um 10,2 Prozent.

General Motors, Ford und Chrysler kämpfen seit längerem mit großen Schwierigkeiten. GM warnte kürzlich davor, zum Jahresende möglicherweise nicht mehr genügend Geld zu haben, um Löhne bezahlen zu können. Die Autobauer verbrennen derzeit monatlich Milliardensummen, blitzen aber bei privaten Kreditgebern nicht zuletzt wegen der Finanzkrise ab. Im Zuge der Probleme bei GM hat auch die Tochter Opel die Bundesregierung um eine Bürgschaft gebeten, über die Kanzlerin Angela Merkel bis Weihnachten entscheiden will. (rri)

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