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Wirtschaft

Autobauer auf der Überholspur

Für BMW, Mercedes und Audi läuft es derzeit so gut in Europa und China, dass auch die eine oder andere Delle das Bild nicht trübt. Am Aktienmarkt sorgen die Unternehmen für Kauflaune.

Daimler und BMW haben mit guten Nachrichten die Börse überrascht - die Aktien der beiden Autokonzerne legten am Dienstag kräftig zu und zogen den Dax mit hoch. Daimler hat seinen Betriebsgewinn im zweiten Quartal um 200 Millionen auf 3,97 Milliarden Euro gesteigert, und BMW hat dank starker Nachfrage in Europa und Asien im Juni gut 9 Prozent mehr Autos verkauft.

Damit ist das erste Halbjahr für alle drei deutschen Oberklasse-Hersteller zumindest beim Absatz gut gelaufen. BMW hat seit Januar weltweit 1,163 Millionen Fahrzeuge der Marken BMW und Mini verkauft, ein Plus von 5,8 Prozent. Damit hat der Münchner Hersteller die Nase noch knapp vorn - aber Mercedes holt rasant auf: Die Stuttgarter verkauften im ersten Halbjahr einschließlich Smart 1,080 Millionen Autos und legten damit um 12,5 Prozent zu. Audi setzte 953.000 Fahrzeuge ab und kam auf ein Plus von 5,6 Prozent.

US-Markt stagniert

In Europa, wo die drei Autobauer die Hälfte ihrer Fahrzeuge verkaufen, und in China zieht die Nachfrage auf hohem Niveau an. Aber der US-Markt stagniert - und für BMW wird er immer mehr zum Sorgenkind: Während der Absatz der Münchner in Europa im ersten Halbjahr um gut elf Prozent hochschnellte, fiel er in den USA um über zehn Prozent. Nicht nur die Minis und die BMW-Limousinen verkauften sich schlechter - auch der Absatz der großen SUV-Modelle schrumpfte deutlich.

Eine BMW-Sprecherin erklärte dies mit der hohen Nachfrage im Vorjahr und den Modellzyklen. Die Produktion der großen SUV-Modelle X5 und X6 im US-Werk in Spartanburg laufe am Anschlag, aber die Modelle würden nicht nur in den USA, sondern auch in Europa und Asien verkauft.

LBBW-Analyst Frank Biller sagte: "Die Frage ist, in welchen Märkten verkaufe ich die Fahrzeuge, wo bin ich besonders profitabel?" BMW halte sich auch mit Rabatten eher zurück. BMW-Vertriebschef Ian Robertson sagte, trotz einiger schwieriger Märkte wachse der BMW-Konzern nachhaltig und profitabel.

Scharfer Wettbewerb hilft

Autoexperte Professor Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen sagte, der scharfe Wettbewerb helfe letztlich allen drei Autobauern. Mercedes "probiert sehr viel" und habe jetzt mit neuen Modellen, einem sehr vielfältigen Angebot und einem frischen Design zu alter Stärke zurückgefunden. "Mercedes fährt vorbei, aber BMW tankt Kraft und orientiert sich neu", sagte Dudenhöffer. Dass BMW-Chef Harald Krüger in fünf Jahren das erste autonom fahrende Serienauto auf den Markt bringen will, beweise den notwendigen Mut.

Daimler hat in der Autosparte trotz des enormen Absatzwachstums im zweiten Quartal weniger Profit gemacht. Das geht aus den Quartalszahlen hervor, die der Konzern am Dienstag vorlegte. Der bereinigte Betriebsgewinn sank von 2,23 auf 2,21 Milliarden Euro - Rückstellungen von 440 Millionen Euro für den Rückruf von Autos mit Takata-Airbags waren dabei noch nicht mitgerechnet.

Teure Modellwechsel

Analyst Biller erklärte, Modellwechsel belasteten das Ergebnis. Trotz der hohen Einführungskosten für die neue E-Klasse liege es aber nur knapp unter Vorjahr. "Für das zweite Halbjahr gab das Unternehmen zudem einen positiven Ausblick."

Audi legt seine Quartalsbilanz am 29. Juli vor, BMW folgt am 2. August.

ul/bea (dpa)