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Asien

Auswärtiges Amt warnt vor Bangkok-Reisen

In Thailand gärt es. Wegen der angespannten Lage hat das Auswärtige Amt seine Reisehinweise für das asiatische Land verschärft. Auch andere Länder raten ihren Bürgern Bangkok zu meiden.

Rothemden und Polizisten stehen sich an einer Barikade gegenüber (Foto: AP)

Die Lage bleibt explosiv

Seit nun bereits sechs Wochen halten Anhänger der thailändischen Opposition, die sogenannten Rothemden, Teile der Innenstadt von Bangkok besetzt. Nach den Granatenanschlägen des Vortags war das Geschäftsviertel am Freitag (23.04.2010) weitgehend lahmgelegt. Banken, Büros, Restaurants und Einkaufszentren an der Silom Road, die als die Wall Street Thailands gilt, hatten geschlossen. Es herrschte kaum Verkehr, viele Imbiss-Stände an sonst so geschäftigen Straßen waren verschwunden.

Wegen der Unruhen in Thailand hat das Auswärtige Amt in Berlin jetzt die Reisehinweise verschärft. So rät das Außenministerium jetzt von nicht unbedingt notwendigen Reisen in die thailändische Hauptstadt ab. Wegen möglicher weiterer gewaltsamer Ausschreitungen werde "dringend empfohlen", die betroffenen Orte in der Hauptstadt sowie Kundgebungen und Demonstrationen zu meiden.

Gebäude des Auswärtigen Amtes in Berlin (Foto: dpa)

Warnt vor Bangkok-Reisen: das Auswärtige Amt in Berlin

Auch weitere Länder warnen vor Bangkok-Reisen

Auch die USA, Großbritannien, Frankreich und Österreich rieten ihren Landsleuten, Kundgebungen in Bangkok zu meiden. Im Sicherheitshinweis des US-Außenministeriums hieß es, "wegen der wachsenden Gewalt im Zentrum Bangkoks" sollten alle US-Bürger nicht unbedingt notwendige Reisen dorthin vermeiden."

Unterdessen appellierten die Vereinten Nationen an die Demonstranten wie an die thailändischen Behörden, Gewalt und Todesopfer zu vermeiden und friedlich daran zu arbeiten, die Lage im Dialog zu lösen. Auch Thailands Armeechef Anupong Paojindra warnte, "dass die Anwendung von Gewalt die derzeitigen Probleme nicht beenden" werde.

Protestierende 'Rothemden' (Foto: AP)

Protestierende 'Rothemden'

Am Freitag rückten hunderte mit Schlagstöcken bewaffnete Polizisten zu den Barrikaden der Rothemden vor. Aus Protest gegen die anhaltenden Blockaden der Rothemden zogen rund 5000 Regierungstreue in gelbe T-Shirts gekleidet vor den Königspalast.

Die oppositionellen Rothemden fordern, dass Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva zurücktritt. Verlangten sie bislang die sofortige Parlamentsauflösung, setzten sie am Freitag dazu eine Frist von 30 Tagen. Ihrer Meinung nach ist der Ministerpräsident unrechtmäßig an der Macht, weil seine Partei bei der vergangenen Wahl 2007 nicht die meisten Stimmen erhalten hat. Der Druck des Militärs auf andere Fraktionen ermöglichte es ihm im Dezember 2008 dennoch, eine Koalition zu bilden.

Autor: Marcus Bölz (afp, dpa)
Redaktion: Oliver Samson

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