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Aktuell Asien

Auswärtiges Amt bestätigt deutschen Toten bei Anschlag in Kabul

Einen Tag nach dem Selbstmordanschlag auf eine französische Schule in Kabul ist es traurige Gewissheit: Ein deutscher Staatsbürger wurde getötet. Das bestätigte das Auswärtige Amt in Berlin.

"Ich muss leider bestätigen, dass auch ein deutscher Staatsangehöriger bei dem Selbstmordanschlag gestern in einem französischen Kulturinstitut in Kabul getötet wurde", sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, in Berlin. Nach seinen Informationen habe der Mann für eine afghanische Hilfsorganisation gearbeitet. Ein weiterer Deutscher sei bei dem Anschlag verletzt worden, so Schäfer weiter. Es handele sich aber nicht um eine schwere Verletzung.

Explosion bei einer Theateraufführung

Der Anschlag am Donnerstag hatte sich gegen eine Kabuler Schule gerichtet, die von Frankreich finanziert wird und auf dem Gelände des französischen Kulturzentrums untergebracht ist. Der Selbstmordattentäter, ein Jugendlicher, sprengte sich nach Polizeiangaben inmitten der Zuschauer einer Theateraufführung in der Istiklal-Schule in die Luft. Nach Angaben des Kabuler Polizeichefs Abdul Rahman Rahimi wurden dabei zudem mindestens sieben weitere Menschen verletzt. Der französische Außenminister Laurent Fabius hatte zunächst von mehreren Toten gesprochen.

Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag. Ein Sprecher der islamistischen Rebellenbewegung sagte, die Theateraufführung habe "islamische Werte entweiht" und "Propaganda gegen den Dschihad" betrieben. Die Attacke auf die Schule erfolgte wenige Stunden, nachdem sich nahe Kabul ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt und mindestens sechs afghanische Soldaten getötet hatte. Ein Sprecher der Taliban übernahm auch für diesen Angriff die Verantwortung.

UN-Sicherheitsrat veruteilt Anschlag

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Selbstmordanschlag "auf das Schärfste". In einer am Donnerstagabend (Ortszeit) in New York einstimmig verabschiedeten Erklärung hieß es zudem, dass Terroranschläge die allmähliche Rückkehr Afghanistans zu "Frieden, Demokratie und Stabilität" nicht verhindern könnten. Die 15 Mitglieder des Sicherheitsrats zeigten sich aber ernsthaft besorgt über "Drohungen" der islamistischen Taliban, des Al-Kaida-Netzwerks und anderer Untergrundgruppen in Afghanistan.

cr/sp (dpa, afp)