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Sport

Australier gehen selbstbewusst ins Spiel

Seit Januar dürfen sich das australische Team und sein Trainer Ange Postecoglou Asienmeister nennen. Mit dem ersten Titel der Verbandshistorie im Rücken, wollen die "Socceroos" jetzt den Weltmeister fordern.

Man kann das Selbstbewusstsein von Australiens Nationaltrainer Ange Postecoglou und seines Kapitäns Mile Jedinak spüren, sobald sie den Raum betreten. Jahrelang galten die "Socceroos" bei europäischen Mannschaften als schlagbare Testspielgegner, doch das hat sich mittlerweile geändert. Vielleicht fühlen sich die Australier langsam ein bisschen wie zu Hause, wenn sie für ihre Testspiele durch Europa touren, möglicherweise ist alles nur Fassade, aber unter Umständen hat das demonstrativ zur Schau getragene Selbstbewusstsein auch etwas mit dem Silberpokal zu tun, der seit der Asienmeisterschaft im Januar beim australischen Fußballverband in der Vitrine steht.

"Einzeln betrachtet ist das, was wir erreicht haben, großartig. Aber wenn wir darauf jetzt nicht aufbauen, verpassen wir eine Riesenchance", sagte Postecoglou bei der Pressekonferenz am Tag vor dem Spiel mit seinem typischen Brummen. "Schon zuvor gab es großartige Momente in unserer Fußballgeschichte. Manche haben wir genutzt, andere nicht. Jetzt sollten wir sicherstellen, dass wir diesen Moment nutzen."

Regelmäßige WM-Teilnahmen

Seit der Weltmeisterschaft 2006 hat sich das australische Team konstant verbessert. Damals gab es ein skandalöses Aus im Achtelfinale, nachdem der Schiedsrichter kurz vor Schluss einen umstrittenen Elfmeter für die Italiener gab und Australien knapp mit 0:1 am späteren Weltmeister scheiterte. Seitdem war Australien bei der WM immer dabei, schied aber 2010 und 2014 jeweils in der Vorrunde aus.

Australiens Trainer Ange Postecoglou (Foto: DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images)

Australiens Trainer Ange Postecoglou

"In den vergangenen 18 Monaten haben wir gegen vier oder fünf der zehn besten Nationalmannschaften in der Welt gespielt", sagte Postecoglou. "Niemals ging es dabei lediglich darum, den Gegner nur aufzuhalten, sondern darum, unser eigenes Spiel zu machen – gerade in den Freundschaftsspielen." Ähnliche Dinge haben auch frühere australische Nationaltrainer schon behauptet, doch haben sie wirklich daran geglaubt? Es erscheint eher unwahrscheinlich.

Vorfreude und Respekt

2011 gab es das bislang letzte Spiel der Australier gegen Deutschland, damals setzen sich die "Socceroos" in Mönchengladbach sensationell mit 2:1 gegen den Favoriten durch. Daran denkt im australischen Lager aber niemand mehr. Stattdessen konzentriert sich das Team darauf, den Schwung vom Titelgewinn bei der Asienmeisterschaft auch gegen die Deutschen mitzunehmen. "Für den Weg, den wir gerade gehen, ist das genau das richtige Spiel", sagte Postecoglou. "Wir wollen uns nochmal einen Schub geben und uns mit den Allerbesten messen."

Dieser Meinung ist auch Teamkapitän Jedinak, der für Crystal Palace in der englischen Premier League spielt: "Das sind genau die Spiele, bei denen man gerne auf dem Platz steht, weil Deutschland als bestes Team der Welt gilt."

Allerdings wäre es zu viel gesagt, würde man behaupten, die Gäste wollten das Spiel nutzen, um sich einmal richtig auszutoben. Der Respekt vor der deutschen Mannschaft ist groß. "Sie bereiten sich akribisch auf jeden Gegner vor und wissen genau, was sie wollen", sagte Jedinak. "Sie sind momentan das Vorbild für viele andere Teams, die versuchen, ihnen nachzueifern." Auch Postecoglou zeigt Respekt: "Sie haben über Jahre hinweg planmäßig an ihrem System und ihrem Erfolg gearbeitet. In meinem Job ist das etwas, was man nur bewundern kann."

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