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Aktuell Kultur

Australier Flanagan gewinnt Man-Booker-Preis

Es ist die wichtigste britische Literaturauszeichnung: Der Man-Booker-Preis wird jährlich für einen englischsprachigen Roman verliehen. In diesem Jahr geht der Preis nach Australien.

Der australische Schriftsteller Richard Flanagan erhält den renommierten Man Booker Prize für englischsprachige Literatur. Er bekommt die mit 50.000 Pfund (knapp 63.000 Euro) dotierte Auszeichnung für sein Werk "The Narrow Road to the Deep North".

Der Roman ist von den Erfahrungen seines Vaters inspiriert, der während des Zweiten Weltkriegs als Kriegsgefangener der Japaner am Bau der Thailand-Burma-Eisenbahn beteiligt war. Flanagans Buch sei ein "großartiger Roman" über Liebe und Krieg, die beiden großen Themen der Literatur, sagte das Jurymitglied A.C. Grayling bei der Preisverleihung.

"Für das Buch geboren"

Als er ein Kind gewesen sei, habe ihm sein Vater die japanische Übersetzung für die Ziffern seiner Häftlingsnummer beigebracht, sagte Flanagan. "Ich bin ein Kind der 'Todeseisenbahn'. Ich bin Schriftsteller. Und manchmal fällt es uns zu, das Unaussprechliche zu kommunizieren". Grayling sagte, das Buch sei es gewesen, für das Flanagan "geboren wurde".

Herzogin Camilla überreichte den Preis in London dem sichtlich gerührten Autor. Der 53-Jährige Flanagan ist der dritte Australier nach Thomas Kenneally und Peter Carey, der den Preis gewinnt.

Man-Booker-Preis wird international

Hoffnungen, der Preis könne an einen US-Autor gehen, wurden enttäuscht. Seit diesem Jahr können Schriftsteller aus der ganzen Welt die Auszeichnung bekommen - vorausgesetzt, ihr Werk ist im Original in Englisch geschrieben und in Großbritannien erschienen. Zuvor war der Preis Autoren aus dem Königreich, dem Staatenbund Commonwealth und Irland vorbehalten gewesen.

Im vergangenen Jahr hatte die erst 28 Jahre alte Autorin Eleanor Catton aus Neuseeland den Man-Booker-Preis, der seit 1969 vergeben wird, als bisher jüngste Gewinnerin erhalten.

cr/cw (dpa, afp)