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Aktuell Asien

Australien zieht Truppen aus Afghanistan früher ab

Ministerpräsidentin Gillard kündigte an, den Abzug der Soldaten vorzuverlegen. Die afghanischen Sicherheitskräfte sollen in der Provinz Urusgan dann eigenverantwortlich die Kontrolle übernehmen.

Der Rückzug solle bereits dieses Jahr eingeleitet werden, sagte Ministerpräsidentin Julia Gillard im australischen Canberra. Mitte 2013 sollten die meisten Australier dann von ihrem Einsatz am Hindukusch wieder zu Hause sein.

Afghanen wollen selbst für Sicherheit sorgen

Die afghanische Armee sei bereit, die Sicherung des Landes selbst zu übernehmen, sagte Gillard kurz nach der Frühjahrsoffensive der Taliban in Kabul, bei der acht Angehörige der afghanischen Sicherheitskräfte und drei Zivilisten ums Leben kamen. Gillard sagte, der Truppenabzug würde dann beginnen, sobald Afghanistans Präsident Hamid Karsai die Verantwortung über die Sicherheit in der Provinz Urusgan übernehmen werde. Karsai wolle dies, nach den Worten Gillards, "in den nächsten Monaten" ankündigen. Danach könne der Abzug innerhalb der nächsten zwölf bis 18 Monate durchgezogen werden.

Die internationale Planung sieht vor, dass sämtliche internationale Truppen Ende 2014 Afghanistan verlassen haben. Dieser Termin galt bisher auch für Australien. Gillard sagte, sie werde die neue Planung bei der NATO-Afghanistan-Konferenz im Mai vorstellen.

Rangerhut auf Sarg mit australischer Flagge (Foto: AP)

32 australische Soldaten kamen in Afghanistan beim Einsatz ums Leben

Innenpolitischer Druck

Australien ist seit 2001 mit 1550 Soldaten in der relativ ruhigen Provinz Urusgan im Einsatz. Das ist das größte Kontingent eines Landes außerhalb der NATO. Die australischen Soldaten bilden in Afghanistan Soldaten einer Brigade aus, die die Verantwortung für die Sicherheit in der Provinz Urusgan übernehmen soll. 32 australische Soldaten kamen in Afghanistan bislang ums Leben. Der innenpolitische Druck auf die Regierung wächst, die Truppen nach Hause zu holen. Denn im Jahr 2013 finden in Australien die nächsten Wahlen statt.

Die Bundeswehr hat Anfang diesen Jahres mit dem Abzug bereits begonnen. Bis Januar nächsten Jahres soll die Zahl von einst maximal 5350 auf 4400 sinken.

as/li (dpa, dpad, afp, rtr)