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Politik

Australien wieder im Visier von Terroristen

Bei einem schweren Bombenanschlag in Indonesien wurden mindestens acht Menschen getötet. Die Bombe explodierte direkt vor der australischen Botschaft. Hinter dem Anschlag werden islamistische Extremisten vermutet.

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Bei dem Bombenanschlag vor der australischen Botschaft in Indonesiens Hauptstadt Jakarta sind mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. 161 weitere Menschen wurden nach Krankenhausangaben bei der Explosion verletzt. Es handele sich "eindeutig" um einen Terrorangriff auf sein Land, sagte Australiens Außenminister Alexander Downer vor Journalisten in Adelaide. "Es war vor der australischen Botschaft, da muss man doch annehmen, dass es sich direkt gegen Australien gerichtet hat", sagte Downer über das Attentat.

Kein Selbstmordattentat

Bombenanschlag in Jakarta

Australische Flagge an einem von der Explosion beschädigten Haus

Der australische Premierminister John Howard sagte vor Journalisten in der australischen Küstenstadt Melbourne, das australische Botschaftspersonal habe den Anschlag am Vormittag unbeschadet überstanden. Unmittelbar zuvor hatte Howard unter Berufung auf die australische Polizei gesagt, die Verbindungsoffiziere in Jakarta hat, bei der Explosion handele es sich um einen Anschlag.

Zerstörtes Marriot Hotel in Jakarta, Indonesien

Zerstörtes Marriot Hotel im August 2003

Der indonesische Polizeichef Da'i Bachtiar korrigierte frühere Aussagen, wonach es sich um ein Selbstmordattentat gehandelt habe. Dies werde noch untersucht, sagte er. Da'i Bachtiar machte den gesuchten Bombenexperten Azahari für die Bluttat verantwortlich. Er wird der Jemaah Islamiyah zugerechnet, die auch hinter dem Selbstmordanschlag auf ein
Luxushotel in Jakarta stecken soll, bei dem im August vorigen Jahres 13 Menschen starben. Zudem soll der verheerende Anschlag auf der Ferieninsel Bali im Oktober 2002 auf ihr Konto gehen. Bei dem Anschlag starben 202 Menschen, darunter viele Australier.

Kampf für Gottesstaat

Die Jemaah Islamiyah hat allein in Indonesien seit April 1999 nach Einschätzung der in Brüssel ansässigen International Crisis Group (ICG) mehr als 50 Bombenanschläge verübt oder geplant. Die Gruppe soll Verbindungen zum El-Kaida-Netzwerk von Osama bin Laden haben. In der Öffentlichkeit tritt die Gruppe kaum in Erscheinung. Ihr mutmaßlicher
geistlicher Führer, Abu Bakar Bashir, ein bekennender
Bin-Laden-Bewunderer, streitet sogar ab, dass die Gruppe überhaupt existiert.

Sicherheitsexperten und die Regierungen in Südostasien sehen das anders. Demnach kämpft die Jemaah Islamiyah für die Errichtung eines Gottesstaats in den moslemischen Ländern der Region. Dieser soll neben Indonesien
auch Brunei, Malaysia, Singapur und die südlichen Philippinen umfassen. Die Gruppe stützt sich auf eine wachsende Ablehnung der Bevölkerung gegen den Westen. Ein aus den USA, Großbritannien und Australien bestehendes angelsächsische Dreierbündnis im Irak wird von vielen als Treiber eines westlich-christlichen Kriegs gegen den Islam gesehen, wie Andrew Tan vom Institut für Strategische Studien in Singapur sagt. (kas/ch)

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