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Australien

Australien vor Regierungskrise wegen doppelter Staatsbürgerschaft des Vize

Australiens Vize-Ministerpräsident hat ein Problem: Er ist halber Neuseeländer. Davon hat Barnaby Joyce selbst erst jüngst erfahren. Doch auch 2017 ist dieser Umstand noch Anlass genug für eine veritable Regierungskrise.

Australien Malcolm Turnbull und Barnaby Joyce (Foto: Getty Images/AFP/W. West)

Sorgen die neuseeländischen Wurzeln von Australiens Vize-Regierungschef Joyce (r.) für das Ende des Kabinetts Turnbull?

Nachdem sich an diesem Montag bestätigte, dass Barnaby Joyce auch neuseeländischer Bürger ist, könnte er sein Parlamentsmandat und sein Amt verlieren. Für die liberal-konservative Koalition von Regierungschef Malcolm Turnbull könnte dies den Verlust ihrer Ein-Stimmen-Mehrheit im Repräsentantenhaus bedeuten.

Laut Gesetz dürfen australische Abgeordnete keine doppelte Staatsbürgerschaft besitzen. Die bis vor kurzem kaum bekannte Regelung sorgte in den vergangenen Wochen bereits für Wirbel, mehrere Parlamentarier mussten ihren Hut nehmen. So traten erst in diesem Monat zwei im Ausland geborene Grünen-Abgeordnete zurück.

Vater von Joyce zog vor 60 Jahren nach Australien

Der 50-jährige Joyce lehnt einen Rücktritt ab, sein Fall wird nun vor dem Obersten Gericht verhandelt. Der Vize-Regierungschef betonte im Parlament von Canberra, er habe niemals Anlass gehabt zu glauben, dass er Bürger eines anderen Landes sei. "Ich war schockiert, als ich davon erfuhr", sagte der Chef der Nationalen Partei. Sein Vater wurde im Nachbarland Neuseeland geboren und zog 1947 nach Australien. Das Außenministerium in Wellington erklärte, Joyce sei Neuseeländer, da sich die Staatsangehörigkeit seines Vaters automatisch auf seine Kinder übertragen habe.

Turnbull sicherte Joyce zu, er werde während der gerichtlichen Prüfung nicht von seinem Amt zurücktreten müssen. 

sti/as (afp, ape, dpa, rtr)