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Politik

Australien sendet Truppen nach Osttimor

Die schwelenden Unruhen in Osttimor sind in den vergangenen Tagen außer Kontrolle geraten. Australien hat mit der Entsendung von Eingreiftruppen in das erst seit vier Jahren unabhängige Land begonnen.

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Australische Soldaten landen in Dili

Bei einem Angriff aufständischer Soldaten auf das Polizeihauptquartier in der Hauptstadt Dili starben am Donnerstag (25.5.) mindestens zwei Polizisten, 20 weitere Menschen erlitten Schussverletzungen, wie der australische Rundfunksender ABC meldete.

Derweil traf ein schwer bewaffnetes Vorauskommando von 130 australischen Soldaten in Osttimor ein und sicherte den Flughafen der Hauptstadt. Die ersten australischen Soldaten trafen am inzwischen ein und sicherten den Flugplatz, wie Ministerpräsident John Howard erklärte. Er habe mit UN-Generalsekretär Kofi Annan gesprochen, der ihm für den australischen Militäreinsatz gedankt habe, sagte Howard. In den nächsten Tagen sollen bis zu 1300 australische Soldaten folgen. Auch Malaysia, Neuseeland und die Ex-Kolonialmacht Portugal sagten Truppen zu.

Gefechte in der Hauptstadt

In Dili kam es zu Schießereien zwischen Regierungstruppen und rebellierenden Soldaten. Gleichzeitig griffen mit Macheten und Steinen bewaffnete Jugendbanden Autos an, die zwischen Dili und dem Flughafen unterwegs waren. Über der Stadt stehe Rauch, mehrere Häuser seien niedergebrannt, berichteten Augenzeugen dem Sender ABC. Die Gefechte kosteten am Donnerstag in Osttimor mindestens drei Menschen das Leben. 14 weitere erlitten Verletzungen. Seit Wochenbeginn fielen damit mindestens fünf Menschen der Gewalt zum Opfer.

Alfredo Renaldo

Rebellenführer Alfredo Renaldo

Der osttimorische Außenministers Jose Ramos-Horta hatte um Entsendung von Friedens-Truppen gebeten, da die eigenen Sicherheitskräfte die Situation nicht mehr kontrollieren könnten. Präsident Xanana Gusmao ordnete nach eigenen Angaben an, die Exsoldaten und ihren mutmaßlichen Anführer, Major Alfredo Reinado, festzunehmen. Dieser erklärte in einem Interview des Senders BBC, die Stationierung ausländischer Soldaten sei die einzige Möglichkeit, einen Bürgerkrieg zu verhindern. Australien führte die UN-Friedenstruppe INTERFET, die 1999 in Osttimor stationiert wurde, nachdem sich die Bürger der indonesischen Provinz für die Unabhängigkeit ausgesprochen hatten

Der australische Außenminister Alexander Downer sagte, die rebellierenden Soldaten seien sehr gut bewaffnet, manche seien einst von der australischen Armee trainiert worden.

Entlassene Soldaten beklagen Diskriminierung

Auslöser der Unruhen war die Entlassung von 600 Soldaten, die zuvor in den Streik getreten waren. Sie werfen der Regierung Diskriminierung vor, da sie angeblich wegen ihrer Herkunft aus dem Westen des Landes bei Beförderungen übergangen worden seien.

Die Bevölkerung Osttimors hatte 1999 in einem UN-Referendum mit überwältigender Mehrheit für die Loslösung von Indonesien votiert, woraufhin pro-indonesische Milizen die Inselhälfte mit einer Welle der Gewalt überzogen. Dabei starben schätzungsweise 1000 Menschen. Erst eine internationale Eingreiftruppe unter Führung Australiens beendete das Blutvergießen. Bis zur Eigenständigkeit 2002 wurde Osttimor von den Vereinten Nationen verwaltet. (sams)

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