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Aktuell Asien

Australien schlägt Gefangenenaustausch vor

Mit einer Mahnwache haben Parlamentsabgeordnete in Australien gegen die drohende Hinrichtung von zwei australischen Drogenschmugglern in Indonesien protestiert. Bislang scheiterten alle Gnadengesuche.

Australien kämpft bis zur letzten Minute: An einer Mahnwache beteiligten sich Abgeordnete aus dem Regierungslager und der Opposition. Sie protestierten damit gegen die bevorstehende Hinrichtung von zwei australischen Drogenschmugglern in Indonesien.

Zahlreiche Politiker zündeten vor dem Parlament in Canberra Kerzen an. Außenministerin Julie Bishop hatte in letzter Minute angeboten, das Leben von Andrew Chan (31) und Myuran Sukumaran (33) durch einen Gefangenenaustausch zu verhindern.

Abbott bittet nochmals um Gespräch

"Wir versuchen alles, um das Leben der beiden zu retten", sagte Regierungschef Tony Abbott. Er bat nach eigenen Angaben um ein weiteres Gespräch mit Indonesiens Präsident Joko Widodo. Dieser lehnte bislang alle Gnadengesuche ab. Abbott hatte in den vergangenen Tagen und Wochen wiederholt auch auf die wirtschaftliche Hilfe verwiesen, die sein Land nach dem Tsunami 2004 gegenüber Indonesien und für dessen Wiederaufbau nach den Verwüstungen geleistet habe.

Die beiden Australier Chan und Sukumaran scheiterten ihrerseits wiederholt mit Anträgen auf Begnadigung. Auch ihre Angehörigen baten vergebens um Gnade. Indonesiens Staatschef Widodo ist ein erklärter Befürworter der Todesstrafe für Drogenhändler.

Vor einigen Wochen waren in Indonesien trotz internationaler Gnadenappelle sechs Verurteilte wegen Drogendelikten hingerichtet worden. Sie stammten aus den Niederlanden, Brasilien, Vietnam, Malawi, Nigeria und aus Indonesien selbst. Die Exekutionen lösten weltweit Empörung aus.

Ein Zeitpunkt für die Exekution wurde noch nicht genannt. Die beiden Australier waren aber am Mittwoch von Bali auf die Insel Nusakambangan verlegt worden, wo Hinrichtungen durch Erschießungskommandos vollstreckt werden.

Auch Brasiliens Präsidentin ist empört

Neben den beiden Australiern droht auch neun weiteren Angeklagten die Exekution. Unter ihnen ist auch der Brasilianer Rodrigo Gularte. Seine drohende Exekution hat ebenfalls für schwere diplomatische Verstimmungen gesorgt. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff weigerte sich, das Beglaubigungsschreiben des neuen indonesischen Botschafters Toto Riyanto anzunehmen. Das Außenministerium in Jakarta rief darauf hin seinen designierten Botschafter aus Brasilien zurück. Zugleich bestellte das Ministerium den brasilianischen Botschafter in Jakarta ein.

haz/sc (afp, dpa)