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Work and travel

Australien: Reisen, Jobben, Steuern zahlen

Rucksacktouristen mit Gelegenheitsjobs zahlten bisher keine Steuern, wenn der Verdienst unter 18.000 Australische Dollar lag. Diese Freigrenze fällt ab 01. Januar 2017 weg.

Sie pflücken Obst, arbeiten in der Gastronomie oder auf Schaffarmen: Zehntausende junge Menschen sind jedes Jahr mit dem Rucksack auf dem roten Kontinent unterwegs und schlagen sich mit Gelegenheitsjobs durch.

Die Einkünfte von jobbenden Rucksacktouristen sollten künftig mit mehr als 30 Prozent besteuert werden. Die konservative Regierung rückte allerdings nach Protesten von ihrem ursprünglichen Vorschlag ab. Stattdessen setzte sie den Backpacker-Steuersatz ab 01. Januar 2017 auf 19 Prozent.

Bislang blieben Einkünfte bis zu 18.000 Australische Dollar (rund 12.000 Euro) im Jahr steuerfrei. Kaum einer verdiente bei den Aushilfsjobs auf Farmen, in der Ernte oder in Cafés oder Restaurants mehr als das.

Viele Bauern und Firmen hatten die sogenannte Backpacker-Steuer vehement kritisiert. Sie fürchteten, keine billigen Hilfskräfte mehr zu finden. Der Präsident des Bauernverbandes, Brent Finlay, nannte den Kompromiss nun fair. Der unterste Steuersatz liegt demnach künftig bei 19 Prozent und gilt bei Backpackern jetzt für Jahreseinkommen bis 37.000 Australische Dollar (25.207 Euro).

Die arbeitenden Touristen seien ein wichtiger Teil der milliardenschweren Tourismusindustrie und eine wichtige Quelle für Arbeitskräfte, sagt Finanzminister Scott Morrison. "Aber gleichzeitig sollten arbeitende Urlauber auch faire Steuern auf ihr Einkommen zahlen."

Gut 225.000 junge Leute bekamen im Haushaltsjahr 2014/15 ein Work-and-Travel-Visum, das es ihnen erlaubt, ein Jahr lang in Australien zu arbeiten und zu reisen. Die meisten gingen an Briten. Deutsche stellten die zweitgrößte Gruppe mit fast 25.000, gefolgt von Südkoreanern, Franzosen und Taiwanesen. Die Work-and-Travel-Visa gibt es für Menschen unter 31 Jahren.

is/ks (dpa)