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Kampf gegen den Terrorismus

Australien präsentiert umfassendes Antiterror-Konzept

In Europa sind bei Terrorattacken mit Fahrzeugen binnen rund eines Jahres mehr als hundert Menschen getötet worden. Australien sieht ähnliche Gefahren im eigenen Land und hat daher einen neuen Sicherheitsplan entwickelt.

Mehr Sicherheitskräfte, Betonpoller, Treppen, Blumenküble und Bäume – mit solchen Maßnahmen soll auf Australiens öffentlichen Plätzen künftig die Sicherheit für Fußgänger deutlich verbessert werden. Einen entsprechenden Regierungsbericht stellte Ministerpräsident Malcom Turnball (Artikelbild) in Sydney vor. Adressat des  neuen Antiterror-Konzepts seien Organisationen, Firmen und Betreiber von Veranstaltungsorten, erläuterte Turnball.

Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht

Teil des Konzepts seinen auch Hilfen der Behörden für Verantwortliche und Planer von Veranstaltungsorten und öffentlichen Plätzen. An Hand eines Leitfaden sollen etwa kommerzielle Veranstalter und regionale Regierungen Gefahrenpotenziale ausmachen und Sicherheitsmaßnahmen einleiten können. Damit sollen nicht nur Anschläge mit Fahrzeugen verhindert werden, sondern auch mit Schusswaffen, Messern, Bomben und Chemikalien. Zudem würden Anweisungen gegeben, was im Falle eines Angriffs mit Chemiewaffen zu tun sei.

Betonsperren Sicherheit beim Karneval (picture-alliance/dpa/M. Murat)

Werden in Deutschland bereits im Antiterror-Kampf eingesetzt: Straßensperren aus Beton

In dem Regierungs-Report wird jedoch eingeräumt, dass auch das beste Konzept, Anschläge auf öffentliche Plätze nicht verhindern könne. Die vorgeschlagenen Maßnahmen könnten jedoch die Wahrscheinlichkeit von Attentaten verringern ebenso wie im Falle eines Anschlags die Zahl möglicher Opfer. "Man kann nicht alle Plätze hundertprozentig sicher machen", sagte Turnball.

Sicherheitsfragen schon in der Planung berücksichtigen

Es gäbe zwar bestimmte Dinge, mit denen bestehende Plätze sicherer gemacht werden könnten. "Wichtiger ist es jedoch angesichts ständig neuer Entwicklungen Sicherheitsmaßnahmen bereits in der Planungsphase zu berücksichtigen", machte der Premier deutlich. Die Bedrohung entwickle sich ständig weiter, deswegen müssten auch die Gegenmaßnahmen den neuen Herausforderungen angepasst werden. 

Die Ausarbeitung eines neuen Sicherheitskonzepts für Australien war nach dem Terroranschlag in Nizza im Juli vergangenen Jahres in Auftrag gegeben worden. ÄhnlicheAnschläge gab anschließend auf dem Berliner Breitscheidplatz, in London und Stockholm sowievor einigen Tagen in Spanien. Im Januar fuhr auch in Australien ein Mann in eine Gruppe von Fußgängern und tötete dabei vier Menschen. Nach Polizeiangaben hatte die Tat in Melbourne allerdings keinen terroristischen Hintergrund. Es gab in Australien jedoch mehrere Anschläge extremistischer Einzeltäter. Behörden sprachen zudem von 13 größeren Attentatsplänen, die rechtzeitig vereitelt worden seien.

ww/myk (afp, dpa, rtr)

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