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Welt

Australien als Rettungsanker

Die australische Marine hat einmal mehr hunderte Flüchtlinge von einem in Seenot geratenen Boot gerettet. Das Land wird zunehmend wieder zum Hoffnungsschimmer für Menschen auf der Flucht.

Das Flüchtlingsschiff war nördlich der australischen Weihnachtsinseln in indonesischen Gewässern in Not geraten, berichteten die australischen Behörden. Einwanderungsminister Chris Bowen sagte, die 211 Flüchtlinge stammten unter anderem aus Sri Lanka, Afghanistan, Pakistan und dem Iran.

Seit der Wahl der Labor-Regierung 2007 wurden nicht mehr so viele Asylbewerber von einem einzigen Schiff gerettet. Das Ereignis reiht sich ein in eine Serie von Flüchtlingswellen nach Australien. Dieses Jahr ist mit 7364 Flüchtlingen auf 108 Booten bereits ein Rekordjahr zu verzeichnen. Das sind knapp 3000 Asylanten mehr als im Jahr davor.

Die Marine ist überfordert

Medienberichten zufolge wird die Bergung von Flüchtlingsbooten immer komplizierter. Aufgrund der zunehmenden Immigrantenzahl sind die Patrouillenboote in "hohem Einsatztempo" vor der australischen Nordküste. Das führt zu verkürzten und unzureichenden Wartungen der 14 Schiffe. Es wurden erste Risse in mehreren Booten gefunden.

Premierministerin Julia Gillard hat nun ein dreiköpfiges Team unter Leitung des ehemaligen Oberbefehlshabers der australischen Truppen, Angus Houston, zusammengerufen. Seine Aufgabe ist es, bis nächste Woche eine Lösung zum Thema Asylbewerber auszuarbeiten.

Ein Gesetz der australischen Regierung, dass die Schiffe vor der gefährlichen Reise schützen und zur Erfassung nach Malaysia umleiten sollte, ist gescheitert. Viele Flüchtlinge kamen auf der Reise nach Australien bereits ums Leben. Erst Mitte Juni kenterte auf hoher See ein Boot, dabei starben 90 Menschen.

lg/sti (afp, kna)