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Nahost

Austausch: Israel will Klarheit über vermissten Soldaten

Unter deutscher Vermittlung haben sich die Hisbollah und Israel darauf geeinigt, Gefangene auszutauschen. Israel besteht aber auf einen Bericht über das Schicksal des vermissten Soldaten Ron Arad.

Das israelische Kabinett (Quelle: AP)

Israels Ministerpräsident Ehud Olmert

Israel will den libanesischen Häftling Samir Kuntar erst freilassen, wenn die Regierung in Tel Aviv einen Bericht über den vermissten Ron Arad erhalten hat. Der israelische Soldat wird seit 22 Jahren im Libanon vermisst. Israelische Medien berichteten am Montag (30.06.2008), die Übergabe des Berichts sei der erste Schritt in einem neuen Häftlingstausch zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz, der unter deutscher Vermittlung zustande gekommen war.

Umstrittener Austausch

Demonstration (Quelle: AP)

Protest in Jerusalem für die Freilassung von Goldwasser und Regev

Nach langem Ringen hatte die israelische Regierung am Sonntag grünes Licht für den Gefangenenaustausch gegeben. Obwohl die beiden zum Austausch vorgesehenen israelischen Soldaten – die vor zwei Jahren in den Libanon verschleppten Eldad Regev und Ehud Goldwasser – vermutlich tot sind, hatte Regierungschef Ehud Olmert die Minister aufgefordert, der Vereinbarung zuzustimmen.

Kritiker des Austausches befürchten, damit weitere Entführungen attraktiv zu machen. Die Familien der beiden vermissten Soldaten hingegen hatten sich dafür ausgesprochen. Sie haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die Soldaten doch noch lebend zurückkehren. Israelischen Medienberichten zufolge wollte der deutsche Vermittler Gerhard Conrad nach der Billigung der Vereinbarung durch die israelische Regierung nach Beirut fliegen, um die Unterschrift der Hisbollah einzuholen.

Samir Kuntar soll freikommen

Ron Arad (Quelle: AP)

Ron Arad wurde am 16. Oktober 1986 mit seinem Flugzeug über Sidon im Libanon abgeschossen

Der Gefangenenaustausch soll innerhalb von ein bis zwei Wochen erfolgen. In Israel wird erwartet, dass in dem Bericht der Hisbollah über Ron Arad steht, dass alle Bemühungen, Informationen über seinen Verbleib zu erhalten, vergeblich waren. Zehn Tage später sollen dann der drusische Terrorist Samir Kuntar und vier Hisbollah-Kämpfer im Austausch gegen Regev und Goldwasser freigelassen werden. Beide Seiten wollen zudem Leichen beziehungsweise Leichenteile gegnerischer Soldaten und Kämpfer übergeben. Innerhalb von weiteren 30 Tagen wird Israel außerdem mehrere palästinensische Häftlinge freilassen.

Kuntar ist heute der am längsten in israelischer Gefangenschaft befindliche Araber. Er ist für den Tod von vier Israelis verantwortlich, darunter zwei kleine Mädchen im Alter von zwei und vier Jahren. Nach einem Terroranschlag im Jahr 1979 wurde Kuntar zu viermal lebenslanger Haft verurteilt. Israel hatte Kuntar stets als "Verhandlungstrumpf" im Bemühen um eine Klärung des Schicksals von Ron Arad betrachtet. (det)

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