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Kunst

Ausstellung zu Ramses II. eröffnet in Karlsruhe

Das Badische Landesmuseum gibt Einblicke in das Leben und Wirken des wohl bedeutendsten ägyptischen Pharaos. Zum ersten Mal widmet man dem legendären Herrscher vom Nil eine eigene Ausstellung in Deutschland.

Seine Bauwerke haben Jahrtausende überlebt, er selbst regierte das Alte Ägypten 66 Jahre lang. In dieser Zeit führte Ramses II. (um 1303 bis 1213 v. Chr.) sein Land zu kultureller Blüte und wirtschaftlichem Wohlstand. Mit dem Beinamen "der Große" ging er in die Geschichte ein und wurde zu einem der bedeutendsten Pharaonen des antiken Großreichs. Nun widmet ihm das Badische Landesmuseum in Karlsruhe eine Sonderausstellung mit dem Titel "Ramses - Göttlicher Herrscher am Nil". Sie eröffnet am 17. Dezember und ist die erste Einzelausstellung über den legendären Pharao in Deutschland.

Erste Ramses-Ausstellung seit 40 Jahren

Rund 260 Exponate aus ganz Europa hat das Karlsruher Museum für die Ramses-Schau zusammengetragen. Einige davon, wie beispielsweise der drei Meter hohe Gipsabguss einer sieben Tonnen schweren Ramses-Büste aus Granit, wurden seit Jahrzehnten der Öffentlichkeit nicht mehr präsentiert. Andere Exponate sind zum allerersten Mal in Deutschland zu sehen. Die Leihgaben stammen unter anderem aus dem Museo Egizio in Turin, dem British Museum in London oder dem Ägyptischen Museum in Berlin. Das Pariser Louvre, in dem vor 40 Jahren die letzte umfassende Ramses-Ausstellung stattfand, stellte dem Badischen Landesmuseum rund 50 Objekte zur Verfügung, darunter ein farbenprächtiges Relief, das eine Begegnung Ramses II. mit dem Falkengott Horus zeigt.

Bauherr, Militärstratege und Diplomat 

Der legendäre Pharao manifestierte seine Macht und gottgleiche Stellung durch den Bau zahlreicher monumentaler Tempelanlagen: Der Komplex in Abu Simbel, der 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde, sowie das Ramesseum am westlichen Nilufer werden in Karlsruhe durch Modelle und große Rauminszenierungen lebendig. Eine Besonderheit der Ausstellung ist die erstmalige virtuelle Rekonstruktion der von Ramses neu erbauten Hauptstadt Pi-Ramesse, die die Besucher in das Leben in einer Großstadt des Alten Ägypten versetzt.

Auch das politische Wirken von Ramses steht im Fokus der Ausstellung des Badischen Landesmuseums. Der Pharao versuchte, sein Reich nach Vorderasien auszuweiten, steiß in Anatolien jedoch auf den Widerstand der Hethiter. In der berühmten Schlacht von Kadesch im heutigen Syrien, die die Ausstellung in einer Medieninstallation nacherzählt, musste sich Ramses geschlagen geben. Auf die Schlacht folgte ein Friedensvertrag zwischen Ägyptern und Hethitern, der bis heute zu den bedeutendsten Dokumenten der Welt zählt. Es ist der erste schriftlich belegte Friedensvertrag der Geschichte. Aus dem Abkommen entstand ein Bündnis, das bis zum Ende von Ramses Regierungszeit von beiden Parteien gepflegt wurde.

"Ramses - Göttlicher Herrscher am Nil" wirft einen facettenreichen Blick auf das Leben und Wirken des bedeutenden Pharaos, der etwa 90 Jahre alt wurde. Sie zeigt ihn als Militärstratege, Diplomat, Bauherr und Gott. Die Sonderausstellung in Karlsruhe ist bis zum 18. Juni 2017 geöffnet.    

sf/pg (dpa/Badisches Landesmuseum)

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