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Wirtschaft

Aussichten für die Wirtschaft bleiben mau

Arbeitsmarkt und Investitionen schwächeln, nur der private Konsum bleibt eine Konjunkturstütze. Die Bundesbank und das Institut der deutschen Wirtschaft sagen anhaltend schwache Zeiten voraus.

Die deutschen Unternehmen bremsen angesichts trüber Geschäftsaussichten bei Neueinstellungen und Investitionen. Nur noch knapp 24 Prozent wollen im kommenden Jahr ihre Mitarbeiterzahl erhöhen, wie aus der am Montag vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW ) veröffentlichten Umfrage unter 2900 Firmen hervorgeht. In der Frühjahrsumfrage wollten dies noch fast 38 Prozent tun.

Der Anteil der Betriebe, die ihre Belegschaft verkleinern wollen, erhöhte sich zugleich von 14 auf fast 22 Prozent. Zudem wollen 2015 nur noch 30 statt wie zuletzt noch 44 Prozent der Firmen mehr investieren. 23 Prozent wollen nun ihre Ausgaben kürzen, im Frühjahr waren es nur 15 Prozent.

"Schwache Zeiten"

"Die deutsche Wirtschaft steuert auf eine anhaltend schwache Zeit zu", sagte IW-Direktor Michael Hüther. Die stockende Erholung im Euroraum, die Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine sowie die schwächere Dynamik in den Schwellenländern beeinträchtigen die Exportperspektiven.

Angesichts dessen warnte Hüther die Politik davor, die deutsche Wirtschaft zusätzlich zu belasten: "In den vergangenen zwölf Monaten hat sich in Deutschland einiges zulasten der Betriebe entwickelt, zum Beispiel die Rente mit 63 und der Mindestlohn", sagte der IW-Direktor.

"Schwunglose Entwicklung"

Auch die Deutsche Bundesbank hält die Aussichten für die deutsche Wirtschaft nicht für besonders rosig. Sie verwies in ihrem am Montag vorgelegten Monatsbericht auf die eingetrübten Geschäftserwartungen und stagnierende Auftragseingänge. Dies alles deute "auf eine schwunglose Wirtschaftsentwicklung in Deutschland mindestens bis zum Jahresende 2014 hin". Zwar seien Güter "Made in Germany" auf den Weltmärkten gefragt, doch fehle es derzeit an kräftigen Impulsen im globalen Handel.

Auch erholten sich große Partnerländer in der Euro-Zone noch nicht spürbar. "Von anderen außenwirtschaftlichen Faktoren wie der erheblichen Abwertung des Euro und dem stark gefallenen Ölpreis könnten allerdings allmählich in begrenztem Umfang belebende Wirkungen ausgehen", fügten die Bundesbank-Volkswirte hinzu. Mit der guten Arbeitsmarktlage, der kräftigen Zuwanderung und spürbaren Lohnsteigerungen seien die Voraussetzungen weiter gut, dass die Verbraucher mit ihren Ausgaben die Konjunktur auch künftig stützten.

Die deutsche Wirtschaft war im Sommerquartal haarscharf an einer Rezession vorbeigeschrammt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg nur minimal um 0,1 Prozent. Kauffreudige Verbraucher und steigende Exporte verhinderten, dass die Wirtschaft schrumpfte. Im Frühjahr war das BIP um 0,1 Prozent zurückgegangen. Bei zwei Minus-Quartalen in Folgen sprechen Volkswirte von einer Rezession.

Wen/UH (rtrd, dpa)