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Kultur

Aussichten besser als die Stimmung

Wenn der Microsoft-Chef den deutschen Bundeskanzler in Hannover trifft, kann das nur eines bedeuten: Es ist wieder CeBIT-Zeit.

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Gemeinsame Eröffnung: Steve Balmer und Gerhard Schröder in Hannover

Es war wie jedes Jahr auf der weltgrößten Computermesse CeBIT in Hannover: Während in den Messehallen bis spät in die Nacht noch fieberhaft die Messestände aufgebaut wurden, gab sich ein paar Kilometer weiter in der Stadthalle die Prominenz ein Stelldichein. Niedersachsens Ministerpräsident Sigmar Gabriel, Microsoft-Chef Steve Ballmer und Bundeskanzler Gerhard Schröder versuchten einträchtig, den knapp 8.000 Ausstellern auf der Messe Mut zuzusprechen.

Absehbarer Aufwärtstrend

Ziel war wieder Optimismus zu verbreiten nach dem Konjunktureinbruch, den Gewinnwarnungen und den Massenentlassungen des vergangenen Jahres. Schröder sagte, die jüngsten Zeichen deuteten auf einen Aufschwung hin, alle wichtigen Kennziffern signalisierten eine Erholung der Wirtschaft. "Ich bin deswegen sicher, dass von dieser CeBIT auch ein Signal allgemeiner Zuversicht und des Aufbruchs ausgehen wird."

Schröder, der vor zwei Jahren an gleicher Stelle die GreenCard-Initiative ankündigte, warb noch einmal eindringlich für das Zuwanderungsgesetz der Bundesregierung und appellierte an die ökonomische Vernunft der Bundesländer, dem Gesetz im Bundesrat zuzustimmen. Die Zuwanderung hochqualifizierter Fachkräfte erhöhe das Wachstumspotenzial der deutschen Wirtschaft und trage zum Aufbau von Beschäftigung bei. Statistisch gesehen habe jeder der bislang fast 11.000 GreenCard-Besitzer zwei bis drei weitere Arbeitsplätze für Menschen in Deutschland geschaffen.

Zuversichtlicher Microsoft-Chef

Steve Ballmer schließlich wäre vermutlich nicht Chef des größten Software-Konzerns der Welt, wenn er nicht ebenfalls Qualitäten als Motivationskünstler hätte: "Ich wollte heute zuallererst über meine Zuversicht sprechen für unsere Branche", sagte der Microsoft-Chef. "Viele Leute neigen zur Zeit zu grenzenlosem Pessimismus oder zu überschwänglicher Euphorie. Bei Microsoft haben wir die Erfahrung gemacht, dass auf kurze Sicht jeder falsch liegen kann, auf lange Sicht aber das gewaltige Potenzial, die großen Möglichkeiten unserer Industrie gar nicht hoch genug eingeschätzt werden können."

Zuvor hatte der Präsident der IT-Branchenlobby Bitkom, Volker Jung, ebenfalls eine ermutigende Prognose abgegeben. Nach seinen Worten wird das Branchen-Wachstum in Deutschland im laufenden Jahr mit 4,2 Prozent auf über 143 Milliarden Euro wieder einen akzeptablen Wert erreichen. Im nächsten Jahr soll die Nachfrage dann wieder spürbar anziehen und um 8,6 Prozent auf 156 Milliarden Euro zulegen.

  • Datum 13.03.2002
  • Autorin/Autor Rolf Wenkel
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1yqS
  • Datum 13.03.2002
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