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Nahost

Ausschreitungen in Jerusalem

Die Krise zwischen Israelis und Palästinenser verschärft sich. Radikale Palästinenser haben sich am "Tag des Zorns" in Jerusalem Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Anlass ist die Einweihung einer Synagoge.

Protestierende Palästinenser in Jerusalem (Foto: AP)

Palästinenser protestieren in Jerusalem gegen eine restaurierte Synagoge

Augenzeugen berichteten, dass Palästinenser die Sicherheitskräfte mit Steinen bewarfen und Reifen und Mülleimer in Brand steckten. Die Polizei habe mit dem Einsatz von Tränengas und Gummi-Geschossen reagiert. Gegen vermummte Palästinenser sei sie mit Blendgranaten vorgegangen. Etliche Menschen wurden verletzt. Die Zahl der festgenommenen Palästinenser wurde mit gut 60 angegeben.

Einweihung einer Synagoge führte zu Protesten

Berittene israelische Sicherheitskräfte bei Ausschreitungen (Foto: AP)

Israelische Sicherheitskräfte nehmen einen Palästinenser bei Ausschreitungen in Ost-Jerusalem fest

Die radikalislamische Hamas hatte für Dienstag (16.03.2010) den "Tag des Zorns" ausgerufen. Zahlreiche Palästinenser folgten diesem Aufruf in Ost-Jerusalem. Tausende sollen es insgesamt in verschiedenen Städten und Flüchtlingslagern gewesen sein. Sie protestierten damit gegen die Einweihung der restaurierten Hurva-Synagoge in der Jerusalemer Altstadt.

Die Hamas argumentiert, die Renovierungsarbeiten gefährdeten die nahe gelegene Al-Aksa-Moschee. Israel hat dies zurückgewiesen. Ein Polizeisprecher sagte, rund 3000 Sicherheitskräfte seien in Alarmbereitschaft versetzt worden, nachdem die Hamas zu dem Protesttag aufgerufen hatte.

Eiszeit in der Diplomatie

Siedlung in Ost-Jerusalem (Foto: AP)

Provokation für Palästinenser: 1600 neue Häuser will Israel in Ost-Jerusalem bauen

Unteressen verschärft sich auch die Krise in den Beziehungen zwischen den USA und Israel. So hat US-Sondergesandte George Mitchell seinen für Dienstag geplanten Besuch in Israel verschoben - offiziell aus logistischen Gründen. Der israelische Botschafter in Washington, Michael Oren, sprach von der schlimmsten Krise zwischen den beiden Ländern seit 1975. Denn die Ankündigung der israelischen Regierung, in Ost-Jerusalem 1600 neue Wohnungen zu bauen, sorgte auch in den USA für heftige Kritik.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte jedoch, an den Bauplänen festzuhalten. "Israel erwartet von der internationalen Gemeinschaft ein objektiveres und konstruktiveres Herangehen", ließ Außenminister Avigdor Lieberman UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in einem Telefongespräch wissen. Die Palästinenser erteilten daraufhin neuen Friedengesprächen bis zur Rücknahme der Baupläne eine Absage. "Durch die Politik Netanjahus wird faktisch Öl ins Feuer gegossen", sagte Saeb Erekat, Chefunterhändler auf palästinensischer Seite.

Lösung in Sicht?

Laut israelischen Medienberichten will Netanjahu kommenden Montag nach Washington reisen. Er wird dort zum Jahrestreffen der größten israelischen Lobby-Organisation Aipac erwartet. Ob es zu Gesprächen Netanjahus mit US-Vizepräsident Joe Biden und Außenministerin Hillary Clinton kommt, ist noch unklar.

Autor: Stefanie Zießnitz (afp, ap, dpa, rtr)

Redaktion: Dirk Eckert

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