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Aktuelles

Ausschreitungen bei Protesten in Rumänien

Sauer über Sparkurs: In Rumänien haben den dritten Tag in Folge Menschen gegen die Sparpolitik der Regierung demonstriert. In Bukarest kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Es gab mehrere Verletzte.

Junge Rumänen demonstrieren in Bukarest gegen die Regierung (Foto: dpa)

Junge Rumänen demonstrieren in Bukarest gegen die Regierung

Bei Kundgebungen gegen die Konsolidierungspolitik der rumänischen Regierung ist die Polizei am Samstag mit Tränengas gegen Demonstranten vorgegangen. Bei den Auseinandersetzungen wurden nach Behördenangaben mindestens neun Menschen verletzt.

Örtlichen Medienberichten zufolge wurden auf dem Universitätsplatz im Zentrum der Hauptstadt Bukarest vier Polizisten und ein Kameramann eines privaten Fernsehsenders von Steinen getroffen, die aufgebrachte Demonstranten auf sie warfen. Dort hatten sich mehr als 1000 Menschen versammelt, um ihrem Ärger wegen Ausgabenkürzungen der Regierung und eines sinkenden Lebensstandards Luft zu machen.

Jetzt auch Rufe nach Neuwahlen

Die Demonstranten blockierten den Verkehr auf einer Hauptstraße. Sie skandierten Slogans gegen die Regierung und forderten vorgezogene Neuwahlen. Junge Männer kletterten auf Autos und schwenkten Flaggen. Die Protestaktion dauerte ungeachtet niedriger Temperaturen stundenlang an. Als sich die Protestierenden nach sieben Stunden weigerten, den Platz zu räumen, kam es zu Zusammenstößen mit Polizisten.

Am Abend zog ein Teil der Demonstranten in Richtung des Präsidentenpalasts und durchbrach dabei Polizeiabsperrungen. Den ursprünglich friedlichen Demonstranten hätten sich gewalttätige Fußballfans angeschlossen, teilte die Polizei mit. Nach ihren Angaben wurden 19 "besonders gewaltbereite" Protestierende festgenommen.

Protestzüge auch in anderen Städten

In neun weiteren Städten des Landes bleiben die Kundgebungen am Samstag friedlich. Die Proteste dauern seit drei Tagen an. Auslöser ist eine Gesundheitsreform der Regierung. Zwar forderte der rumänische Präsident Traian Basescu die Regierung am Freitag auf, auf die Reformschritte zu verzichten. Allerdings hatte sich zu diesem Zeitpunkt die öffentliche Empörung über den Staatschef und die Regierung bereits zu weit ausgebreitet, um die Demonstrationen noch zu stoppen.

Die Proteste richten sich außerdem gegen die Sparmaßnahmen, die das Kabinett von Ministerpräsident Emil Boc in den vergangenen zwei Jahren durchgesetzt hatte. Mit dem Sparprogramm will das von der Finanzkrise betroffene EU-Land Auflagen des Internationalen Währungsfonds erfüllen.

kle/wa (dapd, afp, dpa)

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