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Aktuell Amerika

Ausnahmezustand in Charlotte ausgerufen

Die Proteste nach tödlicher Polizeigewalt gegen einen Schwarzen sind in der US-Stadt eskaliert. Ein Mann wurde schwer verletzt. Wer auf ihn schoss, ist noch unklar. Nun kommt die Nationalgarde zum Einsatz.

Video ansehen 02:07

Proteste gegen Polizeigewalt eskalieren

Der Gouverneur des US-Bundesstaates North Carolina hat für Charlotte den Ausnahmezustand ausgerufen. Er habe außerdem Maßnahmen eingeleitet, um die Nationalgarde und die Autobahnpolizei einzuberufen, teilte Pat McCrory im Kurznachrichtendienst Twitter mit. Dem Nachrichtensender CNN sagte er, die Polizei habe um diese Unterstützung gebeten. Sogar eine Ausgangssperre droht: Dies sei ebenfalls eine Option, erklärte der Gouverneur. Entscheiden könne das aber nur die Bürgermeisterin der Stadt, Jennifer Roberts.

Am Mittwoch waren bereits den zweiten Abend in Folge hunderte Menschen in Charlotte auf die Straßen gegangen, um gegen Polizeigewalt zu demonstrieren. Sie versammelten sich in der Innenstadt. Vor einem Hotel kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Sondereinsatzkräfte setzten Tränengas gegen die Menschenmenge ein. Dann fielen Schüsse, die einen der Kundgebungsteilnehmer schwer verletzten.

"Zivilisten gegen Zivilisten"

Der Schuss sei nicht von der Polizei abgegeben worden, betonte die Verwaltung der Stadt in einer Erklärung, die über Twitter verbreitet wurde. Es habe sich vielmehr um Gewalt "von Zivilisten gegen Zivilisten" gehandelt. Zunächst hatte es geheißen, ein Demonstrant sei getötet worden. Kurz darauf korrigierten die Behörden ihre Angaben.

Polizeikette in Charlotte (Foto: Reuters)

Die Polizei bat um Verstärkung - die Nationalgarde hält sich bereit

Auslöser der Proteste in Charlotte war ein Polizei-Einsatz am Dienstag gewesen. Beamte hatten nach Medienberichten in einem Wohngebiet einen Verdächtigen gesucht. Dabei hatten sie auf einem Parkplatz einen 43-jährigen Afroamerikaner umstellt. Er selbst war jedoch nicht der Gesuchte.

Laut Polizei besaß der Mann, der umstellt wurde, eine Schusswaffe, was jedoch nach den örtlichen Gesetzen erlaubt ist. Im Verlauf der Konfrontation hätten sich die Beamten bedroht gefühlt und das Feuer eröffnet. Die Schwester des Getöteten behauptet allerdings, ihr Bruder sei unbewaffnet gewesen. Er habe in seinem Auto ein Buch gelesen und auf seine Kinder gewartet.

Der Todesschütze, selbst Afroamerikaner, wurde laut Berichten vorübergehend vom Dienst suspendiert. Anschließend kam es zu Protesten. Sie verliefen zunächst friedlich. Dann wurden die Demonstranten aber durch einige aggressive Unruhestifter aufgestachelt und die Lage eskalierte. Mindestens 16 Polizisten wurden verletzt.

Demonstranten in Charlotte (Foto: Reuters)

Wut und Empörung nach tödlichen Schüssen eines Polizisten auf einen Schwarzen in Charlotte

In verschiedenen Teilen der USA hat es in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder Proteste nach teilweise exzessiver Polizeigewalt gegen Schwarze gegeben. Kritiker werfen den Sicherheitskräften Rassismus vor. Erst am Montag war ein Video veröffentlicht worden, das zeigt, wie eine Polizistin in Oklahoma einen unbewaffneten Afroamerikaner erschießt.

haz/jj/ust (dpa, rtr, afp)

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