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Aktuell Afrika

Ausnahmezustand über Tunesien verhängt

Wieder steht das nordafrikanische Land im Fadenkreuz des Terrors: Nachdem in diesem Jahr bei Anschlägen Urlauber das Ziel waren, traf es jetzt Angehörige der Leibgarde des Präsidenten. Das Staatsoberhaupt reagiert.

Erst Ende Oktober war der nach dem Terrorüberfall von Sousse in Tunesien verhängte Ausnahmezustand aufgehoben worden. Nun rief Präsident Béji Caïd Essebsi ihn wieder aus. Er gilt zunächst für einen Monat. Das nordafrikanische Land werde einen "Krieg gegen den Terrorismus" führen, machte der Staatschef deutlich. Vor wenigen Tagen hatte die Regierung die zweithöchste Sicherheitswarnstufe ausgerufen und als Grund dafür Informationen über mögliche neue Anschläge in Sousse oder anderen sensiblen Regionen genannt.

Explosion im Militärbus - zwölf Tote

Am frühen Dienstagabend hatte es in einem Militärbus, der im Zentrum der Hauptstadt Tunis unterwegs war, eine Explosion gegeben. Mindestens zwölf Angehörige der Präsidentengarde wurden getötet, 20 weitere verletzt. Aus dem Präsidialamt hieß es, vermutlich habe ein Attentäter in dem Fahrzeug einen Sprengsatz gezündet. Über Tunis wurde eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Seinen für diesen Mittwoch geplanten Staatsbesuch in der Schweiz sagte Essebsi ab.

Polizisten riegeln den Anschlagsort ab (Foto: AFP)

Polizisten riegeln den Anschlagsort ab

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Anschlag auf das Schärfste und nannte ihn einen abscheulichen Akt. Die Täter, Organisatoren und Sponsoren des terroristischen Angriffs müssten zur Rechenschaft gezogen werden, erklärte das Gremium in New York. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier sprach von einem erneuten Angriff auf die Stabilität des tunesischen Gemeinwesens und seine demokratische Verfassung.

Immer wieder Anschläge

Seit dem Sturz des langjährigen Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali 2011 verübten islamische Fundamentalisten mehrfach Anschläge in dem Land. In diesem Jahr gab es bereits zwei schwere Attentate auf Touristen, zu denen sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" bekannte. Ende Juni erschoss ein Attentäter in einer Hotelanlage des Badeorts Sousse 38 Urlauber, bevor er selbst von der Polizei getötet wurde. Im März waren bei einem Angriff auf das Nationalmuseum Bardo in Tunis 21 Touristen und ein Polizist getötet worden.

Knapp 3000 tunesische Staatsbürger kämpfen nach Angaben der Regierung in den Reihen der IS-Dschihadisten in Syrien und im Irak. In dem nordafrikanischen Land sind auch Anhänger des Terrornetzwerks Al-Kaida aktiv. Außerdem bekämpft die tunesische Armee eine radikal-islamische Gruppe, die in den Bergen an der Grenze zu Algerien ihre Hochburgen hat.

se/cgn (dpa, afpe, rtr)

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