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Aktuell Welt

Ausnahmezustand über Teilen des Sinai

Nach dem Tod von mehr als 30 Sicherheitskräften setzt die Regierung in Kairo auf schärfere Kontrollen. In einem Teil der Sinai-Halbinsel gilt - zunächst befristet für drei Monate - der Ausnahmezustand.

Mit der Maßnahme, die den Norden und das Zentrum der Halbinsel betrifft, reagiert die Regierung auf den schweren Anschlag, bei dem am Freitag etwa 30 Mitglieder des Militärs getötet worden waren. Die Behörden entschieden außerdem, den Übergang Rafah an der Grenze zum Gazastreifen zu schließen.

Nach Angaben der Behörden war der Anschlag genau geplant. An einer Straßensperre der Armee nordwestlich der Stadt Al-Arisch wurde zunächst eine Autobombe gezündet, dann beschossen die Angreifer den Militärstützpunkt mit Granaten. Dabei wurden auch 30 Angehörige der Armee verletzt. Viele von ihnen befinden sich in einem kritischen Zustand. Es wird deshalb befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer noch steigen könnte. Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sissi kündigte neben der Ausgangssperre und der Schließung des Grenzübergangs auch eine dreitägige Staatstrauer an.

USA an der Seite der ägyptischen Regierung

Die Europäische Union und die USA verurteilten die Gewalttat umgehend. Washington erklärte, die USA unterstützten die Anstrengungen der ägyptischen Regierung gegen die terroristische Bedrohung. Die von vielen Beduinen bewohnte Halbinsel, die an Süd-Israel und den Gazastreifen grenzt, gilt in weiten Teilen als Rückzugsgebiet militanter Gruppen.

Die Region ist immer wieder Schauplatz von Anschlägen und Angriffen auf die ägyptischen Sicherheitskräfte. Mehrere hundert Soldaten und Polizisten kamen bereits ums Leben. Erst am Sonntag waren sieben Soldaten getötet worden, als südlich von Al-Arisch eine Autobombe nahe einer Gaspipeline explodierte.

Für den jüngsten Anschlag hat bislang niemand die Verantwortung übernommen. Vertreter der Regierung in Kairo machen aber die Gruppe Ansar Beit al-Makdis (Partisanen Jerusalems) für das Attentat verantwortlich. Die Extremistengruppe unterstützt nach eigener Aussage auch die Dschihadisten des "Islamischen Staats" (IS).

Harter Kurs gegen Mursi-Anhänger

Der Angriff auf den Militärposten in Al-Arisch ist einer der schwersten seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Juli 2013. Seit der Entmachtung und Verhaftung von Mursi wurden rund 15.000 seiner Anhänger festgenommen. Die Mitglieder der Muslimbruderschaft müssen sich in verschiedenen Prozessen verantworten, bei denen ihnen die Todesstrafe droht.

haz/ml ( rtr, afp, dpa)