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Wirtschaft

Auslandstelefonate müssen billiger werden

Ärgern über das teure Telefonieren mit dem Handy im Ausland soll vorbei sein: Die EU-Kommission will Mobilfunkbetreiber zur Gebührensenkung zwingen.

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Endlich auch im Urlaub quatschen, ohne arm zu werden

Die EU-Kommission will die Mobilfunkanbieter zwingen, Gespräche mit dem Mobiltelefon im Urlaub und auf Geschäftsreisen um bis zu 70 Prozent billiger zu machen. EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso und die zuständige Kommissarin Viviane Reding machten am Mittwoch (12.7.) in Brüssel entsprechende Vorschläge. Mindestens 147 Millionen Mobilfunk-Kunden litten unter den hohen Kosten. Sollte das Vorgehen von den EU-Staaten und dem Europaparlament gebilligt werden, könnte die deutliche Preissenkung schon im Sommer 2007 spürbar sein.

Übertriebene Profite

Frau mit SMS Handy

Gute Nachricht: Es wird billiger

Jose Manuel Barroso wirft den Unternehmen übertriebene Profite und das systematische Ignorieren von Appellen zum Maßhalten bei ihren Gebühren vor. Der EU-Gesetzentwurf sieht einen Roaming-Aufschlag vor, der maximal 30 Prozent über dem Preis liegt, den sich die Unternehmen untereinander in Rechnung stellen. Derzeit sind die Gebühren, die die Verbraucher in Europa zahlen müssen, teilweise zehn Mal so hoch.

Die so genannten Roaming-Gebühren fallen an, weil nationale Anbieter mit ausländischen Unternehmen kooperieren, um ihren Kunden international einen Netzzugang zu bieten. Die Kooperationspartner lassen sich das vergüten. Die in der EU stark schwankenden und in einigen Staaten sehr hohen Roaming-Kosten muss weitgehend der Kunde tragen. Beispielsweise zahlt ein Finne für ein vierminütiges Gespräch nach Hause in Schweden 0,20 Euro. Für einen Malteser in Lettland kostet der Anruf nach Hause hingegen 13,05 Euro.

Fünfmal höher als die Kosten

Durchschnittlich sei der Preis, den der Endkunde bezahlt, mit 1,15 Euro fünf Mal höher als die tatsächlichen Kosten dieser Dienstleistung zwischen den Unternehmen, rechnete die Kommission vor. "Die Kosten für Ausland-Telefonate sind auch ungefähr vier Mal höher als die Inlandstarife." So koste ein Ortsgespräch in Polen etwa 0,19 Euro. "Ein deutscher Kunde, der die Grenze nach Polen überquert, muss für den gleichen Anruf 0,34 bis 2,56 Euro pro Minute bezahlen - also das Drei- bis Neunfache."

Ursprünglich war die Luxemburgerin Reding dafür eingetreten, dass Auslandsgespräche genauso teuer wie Inlandstelefonate sein sollen, da die EU ein Binnenmarkt sei. Sie konnte sich mit diesem Konzept, gegen das die Mobilfunkindustrie Sturm lief, innerhalb der Kommission aber nicht durchsetzen.

30 Prozent-Deckel

Mobilfunk-Anbieter sollen künftig auf den Großkundenpreis höchstens 30 Prozent aufschlagen und dem Kunden berechnen können. Dieser "Deckel" dürfte vom Tag des Inkrafttretens der Verordnung für im Ausland eingehende Gespräche nicht überschritten werden. Bei ausgehenden Telefonate hätten die Unternehmen in einer Übergangsphase von sechs Monaten Zeit, um sich auf die neuen Regeln einzustellen. Ansonsten soll es empfindliche Strafen geben.

Die Kommission will zudem, dass die Abrechnungen für das Roaming durchschaubarer werden. Kunden müssten bei Vertragsabschluss genau über die Preise informiert werden. Außerdem sollen nationale Aufsichtsbehörden eingreifen, sollten die Gebühren für SMS- und andere Multi-Media-Nachrichten überzogen seien. (sam)

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