Ausländische Polizei bei der WM 2014 | Amerika - Die aktuellsten Nachrichten und Informationen | DW | 21.05.2014
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Amerika

Ausländische Polizei bei der WM 2014

Nicht nur Fußball-Begeisterte aus aller Welt werden im Juni in Brasilien erwartet: Auch Polizisten aus mehr als 50 Ländern werden dort ihre Landsleute unter den Fans betreuen und gegen mögliche Störenfriede vorgehen.

Deutsche, italienische, französische Polizisten - sie und Kollegen aus zahlreichen weiteren Ländern werden während der WM in der Nähe der Stadien präsent sein, gut erkennbar an den jeweiligen nationalen Uniformen, die sie tragen werden. Insgesamt werden rund 200 ausländische Beamte während der Weltmeisterschaft Dienst in Brasilien tun - wenn auch nicht mit ihren zu Hause üblichen Befugnissen, sondern als Unterstützer ihrer brasilianischen Kollegen.

Die ausländischen Polizisten sollen vor allem zwei Aufgaben wahrnehmen: Zum einen sollen sie Ansprechpartner für ihre zur WM angereisten Landsleute sein. Zum anderen sollen sie dabei helfen, mögliche Randalierer unter den Fans dingfest zu machen.

Entsandt werden die Polizisten aus den insgesamt 31 an der WM teilnehmenden Staaten. Doch auch aus denjenigen Ländern, deren Mannschaften sich nicht für die WM-Teilnahme qualifiziert haben, kommen Polizisten nach Brasilien - wenn auch nicht jeweils sechs, sondern nur drei Beamte. Hinzu kommen Polizisten aus 15 weiteren Staaten, zu denen Brasilien eine besondere Beziehung hat - darunter etwa Israel, Kuba und China, außerdem Nachbarstaaten wie Peru, Bolivien und Venezuela.

Gegen Rassismus und Gewalt

Brasilianische Polizisten in eigens für die Zeit der WM angeschafften Uniformen (Foto: Salvador Scofano)

Gerüstet: Brasilianische Polizisten in für die WM angeschafften Uniformen

Der Einsatz der Polizisten ist in vielerlei Hinsicht denkbar: So wären sie etwa für den Fall gefragt, dass Landsleute Plakate oder Spruchbänder mit rassistischen Parolen in die Höhe hielten. Auch gegen mögliche Aufrufe zur Gewalt sollen die Beamten vorgehen, wenn auch nicht direkt, sondern nur zur Unterstützung der brasilianischen Polizei. Außerdem werden die ausländischen Beamten keine Waffe tragen.

Ein Teil der entsandten Beamten soll sich in und um die jeweiligen Spielstätten aufhalten. Andere werden Dienst in drei eigens eingerichteten Kommando-, Aufklärungs- und Antiterrorzentren tun. Von diesen Zentren aus können die ausländischen Polizisten mögliche Gesetzesverstöße von Fans und Touristen überwachen. Verbunden mit den jeweiligen nationalen Datenbanken, sind sie in der Lage, die Identität von Straftätern umgehend zu überprüfen.

Internationale Polizeipräsenz ist gängige Praxis

Die Teilnahme ausländischer Sicherheitskräfte an internationalen Großveranstaltungen ist seit einigen Jahren gängige Praxis. So waren während der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine auch aus dem Ausland entsandte Polizisten präsent. Auch während der Fußballweltmeisterschaften 2006 in Deutschland und 2010 in Südafrika arbeiteten die jeweiligen nationalen Sicherheitskräfte mit ausländischen Kollegen zusammen.

An den Sicherheitsmaßnahmen während der WM in Deutschland waren nach Auskunft des Bundesinnenministeriums mehr als 570 Polizisten aus insgesamt 13 europäischen Ländern beteiligt. Sie gaben ihren deutschen Kollegen entscheidende Tipps über das Verhalten ihrer jeweiligen Landsleute.

Ansprechpartner für Landsleute

Zusammenstöße zwischen Polizei und Fans während des Confed Cups 2013 in Fortaleza, 19.6. 2013 (Foto: dpa)

Gewalt im Umfeld des Fußballs: Szene vom Confed Cup 2013 in Fortaleza

Gegenüber der DW erklärt das Bundesinnenministerium, bei den nach Brasilien entsandten Polizisten handele es sich um besonders geschulte Kräfte, die mit der Hooliganszene und möglichen Fußballgewalttätern aus Deutschland vertraut seien. Ihre Erfahrungen und Kenntnisse, so das Ministerium, würden sie mit den brasilianischen Kollegen teilen.

Die ausländischen Polizisten werden allerdings nicht die einzigen internationalen Sicherheitskräfte vor Ort sein. Auch Vertreter von Interpol, Ameripol und der UNO werden nach Brasilien reisen. Sie alle werden zur Sicherheit von Fans und Touristen beitragen. Unbekannt ist bislang nur eins: Wie viel die Sicherheitsmaßnahmen insgesamt kosten werden.

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